Festzuschüsse ab 1.1.2005 für Zahnersatz

- Kommentar (KZV B-W.) zu Reparaturen/Wiederherstellungsmaßnahmen -
(keine Aktualisierung!)

weitere Themen dazu:
 
allgemeiner Teil / mit Befundbeispielen
  Kosten: festsitzender Zahnersatz (Kronen/Brücken)
  
Kosten - herausnehmbarer Zahnersatz (Prothesen)
  Kosten:  Implantate

  Inhalte dieser Seite:

  Problemstellung
 

  Befundklasse 6 (konventioneller ZE)

  Befundklasse 7 (Implantat-getragener ZE)


Problemstellung:

Mit der Einführung des neuen Festzuschuss-Systems wurde auch eine umfangreiche Beschreibung derjenigen Maßnahmen durchgeführt, die ausschließlich der Wiederherstellung von funktionsuntüchtigem Zahnersatz dienen. Näheres unter der Befundklasse 6. Da auch Suprakonstruktionen ab 1.1.2005 in den Leistungskatalog fallen ("für das, was durch ein Implantat verhindert wird"; Implantate), wurde auch eine Befundklasse für derartige Reparaturen eingeführt. Näheres unter der Befundklasse 7.
Nun verhält es sich bei Erweiterungen oder Wiederherstellungsmaßnahmen von der Systematik her anders als bei Festzuschüssen: Während sich letztere am Gebissbefund orientieren, beziehen sich Zuschüsse zu Reparaturen immer auf den Zahnersatz selbst und was damit geschehen soll, damit er wieder funktionstüchtig wird.
Wie auch bei anderen Reparaturen im täglichen Leben ist es häufig schwierig, schon vorher den genauen Umfang der entstehenden Kosten zu sagen - zu viele Einzelpositionen in der "Technikerpreisliste" und für welche Leistungen diese bei Reparaturen angesetzt werden, machen eine Vorhersage nur schwer möglich. Hierzu nur ein Beispiel: Der Befund 6.2 beschreibt den Zustand einer einfachen Reparatur eines Zahnersatzes, für welche im Mund ein Abdruck genommen werden muss. Die darin enthaltene zahnärztliche Leistung kennt nur eine BEMA-Position (Nr. 100b), für die Laborleistungen sind aber darin 23 (!) mögliche Positionen nach der BEL II-Liste enthalten (ohne allfällige neue Zähne). Nicht ausgeschlossen kann aber werden, dass sich während der Reparatur selbst noch Änderungen ergeben können. Wohlgemerkt: Bei diesem Beispiel handelt es sich nur um eine einfache Form der Reparatur. Kommen defekte gegossene Klammern, eine Neuplanung oder die Erweiterung an eine Metallbasis hinzu, so werden die Modalitäten fast unüberschaubar. Ein weiteres Beispiel für die Unklarheiten in dieser Gruppe: An einer Teilprothese auf Modellgussbasis ist ein Kunstzahn abgebrochen. Zur Reparatur müssen an dem metallischen Teil des Ersatzes keinerlei Maßnahmen durchgeführt werden, da der Defekt nur den Kunststoffsattel betrifft. Festzuschuss nach 6.2 oder 6.3? Die technischen Maßnahmen sind in beiden Gruppen die gleichen - der Grund-Festzuschuss differiert aber um über 20 €.

In diesen Befundklassen sind deshalb die meisten Fälle und Unklarheiten enthalten - dies weniger auf zahnärztlicher Seite als im Dentallabor. Insofern besteht ein hoher Interpretationsbedarf. Nachfolgend geben wir Ihnen die Meinung der KZV Baden-Württemberg wieder, so wie sie im Rundschreiben Nr. 7 vom 24.03.2005 allen Zahnarztpraxen zugänglich gemacht wurden. Sie müssen keine Gültigkeit für ganz Deutschland haben, sind aber von der Logik der Interpretation nachvollziehbar und können als "Richtlinie" dienen. Dessen ungeachtet können sich kurzfristig andere Interpretationen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss ergeben, die wir Ihnen nach Kenntnisnahme an dieser Stelle wiedergeben werden.
Farblich abgesetzt (dunkelbraun) sind in den einzelnen Klassen - jeweils am Schluss - weitere Kommentierungen, wo ein Konsens zwischen Spitzenverbänden der Krankenkassen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung besteht.


Befundklasse 6 - (Erweiterungen / Reparaturen)
Wiederherstellungsmaßnahmen oder erweiterungsbedürftiger konventioneller Zahnersatz
Änderungen bei Reparaturen ab 2007: © G-BA

Befundklasse Darunter fallen als
Wiederherstellungsmaßnahmen
:
6.1

Prothetisch versorgtes Gebiss ohne
Befundveränderung mit
wiederherstellungsbedürftiger
herausnehmbarer Versorgung ohne
Erfordernis der Abformung (Maßnahmen
im Kunststoffbereich), je Prothese

 

-- Bruch in der Kunststoffbasis beseitigen ohne Abdruck
-- Sprung in der Kunststoffbasis beseitigen ohne Abdruck
-- Wiederbefestigen eines Zahnes ohne Abdruck
-- Klammer aktivieren
-- Basisteil aus Kunststoff erneuern ohne Abdruck
-- Nicht in Verbindung mit dem nachträglichen Einarbeiten einer Metallbasis abrechenbar
 

6.2

Prothetisch versorgtes Gebiss ohne
Befundveränderung mit
wiederherstellungsbedürftiger
herausnehmbarer Versorgung mit
Erfordernis der Abformung (Maßnahmen
im Kunststoffbereich), je Prothese
 

Achtung: Änderung der Festzuschuss- und Zahnersatz-Richtlinien ab 2006: 
„Bei den zahntechnischen Regelleistungen bei
den Befunden 6.2 und 6.3 wird die BEL II –Nummer 1347*,
bei Befund 6.2 die BEL II-Nummer 1349*,
bei Befund 6.3 die BEL II-Nummer 8023* eingefügt.“
*1347 Primär-/Sekundärteil eines Ankers einarbeiten
*1349 Wiederbefestigen eines Sekundärteils
*8023 Leistungseinheit, Einarbeiten Zahn
Anmerkung:
Hiermit wird nun bestätigt, dass das Wiederbefestigen eines Sekundärteleskops
oder das Wiederbefestigen von einer Geschiebepatrize an einer Prothese als
Regelversorgung zu erbringen und somit nach BEMA und BEL abzurechnen ist.
Dies gilt auch für die Erneuerung einer Geschiebepatrize an einer Prothese.

-- Auffüllen einer Sekundärteleskopkrone mit Abdruck
-- Bruch in der Kunststoffbasis beseitigen mit Abdruck
-- Sprung in der Kunststoffbasis beseitigen mit Abdruck
-- Wiederbefestigen eines Zahnes mit Abdruck
-- Erneuerung aller Kunststoffteile unter Verwendung des vorhandenen Modellgusses
-- Basisteil aus Kunststoff erneuern mit Abdruck
-- Klammer in Kunststoffsattel legen
-- Einarbeiten einer neuen
Teleskopkrone in eine vorhandene Cover-Denture-Prothese
-- Nicht in Verbindung mit dem nachträglichen Einarbeiten einer Metallbasis abrechenbar
-- Wiederherstellung einer Wurzelstiftkappe/Kugelknopfankers im
Kunststoffbereich

6.3

Prothetisch versorgtes Gebiss ohne
Befundveränderung mit
wiederherstellungsbedürftiger
herausnehmbarer Versorgung mit
Maßnahmen im gegossenen
Metallbereich, je Prothese
Achtung: Änderung der Festzuschuss- und Zahnersatz-Richtlinien ab 2006: 
„Bei den zahntechnischen Regelleistungen bei
den Befunden 6.2 und 6.3 wird die BEL II –Nummer 1347*,
bei Befund 6.2 die BEL II-Nummer 1349*,
bei Befund 6.3 die BEL II-Nummer 8023* eingefügt.“
*1347 Primär-/Sekundärteil eines Ankers einarbeiten
*1349 Wiederbefestigen eines Sekundärteils
*8023 Leistungseinheit, Einarbeiten Zahn
Anmerkung:
Hiermit wird nun bestätigt, dass das Wiederbefestigen eines Sekundärteleskops
oder das Wiederbefestigen von einer Geschiebepatrize an einer Prothese als
Regelversorgung zu erbringen und somit nach BEMA und BEL abzurechnen ist.
Dies gilt auch für die Erneuerung einer Geschiebepatrize an einer Prothese.

-- Gegossene/Gebogene Klammer wiederbefestigen (mit anlöten an die Metallbasis)
-- Gegossene/Gebogene Klammer erneuern (mit anlöten an die Metallbasis)
-- Verblendung an Rückenschutzplatte erneuern
-- Bruch in der Metallbasis beseitigen
-- Nicht in Verbindung mit dem nachträglichen Einarbeiten einer Metallbasis abrechenbar
-- Erneuerung oder Wiedereingliederung eines Verbindungselements (z.B.
CeKa-Anker)
-- Wiederbefestigen eines oder mehrerer Sekundärteleskope, je Prothese nur einmal ansetzbar
-- Wiederherstellung der Verblendung einer Rückenschutzplatte
-- Wiederherstellung einer Wurzelstiftkappe/Kugelknopfankers im Metallbereich

6.4

Prothetisch versorgtes Gebiss mit
Befundveränderung mit
erweiterungsbedürftiger Versorgung mit
Maßnahmen im Kunststoffbereich, je Prothese
 

-- Erweiterung um gebogene Klammern ohne Anlöten
-- Erweiterung um Zähne ohne gegossene Retentionen
-- Erweiterung des Kunststoffsattels nach Extraktion
-- Nicht in Verbindung mit dem nachträglichen Einarbeiten einer Metallbasis abrechenbar
-- Erweiterung einer Prothese um eine gebogene Retention ohne Lötung

6.5

Prothetisch versorgtes Gebiss mit
Befundveränderung mit
erweiterungsbedürftiger Versorgung mit
Maßnahmen im gegossenen
Metallbereich, je Prothese
 

-- Erweiterung um gegossene/gebogene Klammern mit Anlöten an die Metallbasis
-- Erweiterung um Zähne mit gegossener Retention
-- Nicht in Verbindung mit dem nachträglichen Einarbeiten einer Metallbasis abrechenbar
-- Erweiterung einer Prothese um eine gebogene Retention mit Lötung

6.6

Verändertes Prothesenlager bei
erhaltungswürdigem Teil-Zahnersatz, je
Prothese
 

-- Vollständige Unterfütterung der partiellen Prothese
-- Teilunterfütterung der partiellen Prothese
-- Nicht in Verbindung mit dem nachträglichen Einarbeiten einer Metallbasis abrechenbar
-- Bei zusätzlichen Wiederherstellungsmaßnahmen ist ein Festzuschuss nach 6.1-6.5 berechenbar

6.7

Verändertes Prothesenlager bei
erhaltungswürdigem totalem Zahnersatz
oder schleimhautgetragener
Deckprothese, je Kiefer
 

-- Teilunterfütterung einer Totalprothese
-- Teilunterfütterung einer Cover-Denture-Prothese
-- Vollständige Unterfütterung einer Total - oder Cover-Denture-Prothese
-- Bei zusätzlichen Wiederherstellungsmaßnahmen ist ein Festzuschuss nach 6.1 - 6.5 berechenbar

6.8

Wiederherstellungsbedürftiger
festsitzender rezementierbarer
Zahnersatz, je Zahn
 

-- Wiederbefestigen einer Krone
-- Wiederbefestigen von Brücken, je Brückenanker
-- Daneben ist Festzuschuss 6.9 ggf. zusätzlich berechenbar
-- Löten eines perforierten Sekundärteleskops
-- Wiedereingliedern einer Krone: Gleicher Zuschuss, egal ob mit oder ohne Laborleistung

6.9

Wiederherstellungsbedürftige Facette an
einer Krone bzw. einem Brückenanker,
einem Brückenglied, je Facette
 

-- Erneuerung einer Facette im Verblendbereich
-- Daneben ist Festzuschuss 6.8 ggf. zusätzlich berechenbar
-- Wiederbefestigen einer Facette im Verblendbereich
-- Wiederbefestigen derselben Facette im Verblendbereich

6.10

Erneuerungsbedürftiges
Sekundärteleskop, je Zahn
 

-- Einarbeiten eines vorhandenen Sekundärteleskops in eine neue Prothese
-- Neue Sekundärteleskopkrone in neue oder vorhandene Prothese einarbeiten
-- Erneuerung einer Sekundärteleskopkrone bei vorhandener Prothese (nur bei Vorliegen der Befunde 3.2 und 4.6 ansetzbar)

-- 6.10 ist im Gegensatz zur existieren Kombinationstabelle mit Befund 4.7 kombinierbar; die Kombinationstabelle ist zu korrigieren (Anmerkung: Nach unseren Unterlagen steht diese Kombinierbarkeit schon immer in der Kombinationstabelle )


Befundklasse 7 - (Erweiterungen / Reparaturen an Implantat-getragenem Zahnersatz)
 

Befundklasse Darunter fallen als
Wiederherstellungsmaßnahmen
:
7.1

Erneuerungsbedürftige Suprakonstruktion
(vorhandenes Implantat bei
zahnbegrenzter Einzelzahnlücke), je
implantatgetragene Krone

 

-- Erneuerung einer implantatgetragenen Krone bei zahnbegrenzter Einzelzahnlücke mit kariesfreien Nachbarzähnen und nicht überkronten Nachbarzähnen
-- Je implantatgetragene Krone abrechenbar
-- Festzuschuss 1.3 (im Verblendbereich) ist zusätzlich berechenbar

7.2

Erneuerungsbedürftige
Suprakonstruktion, die über den Befund nach Nr. 7.1 hinausgeht,
je implantatgetragene Krone,
Brückenanker oder Brückenglied, höchstens viermal je Kiefer
 

-- Erneuerung aller anderen implantatgetragenen Kronen
-- Erneuerung von implantatgetragenen Brücken (je Brückenanker, Brückenglied)
-- Höchstens 4 x je Kiefer
-- Festzuschuss 1.3 oder 2.7 (im Verblendereich) ist zusätzlich berechenbar

7.3

Wiederherstellungsbedürftige
Suprakonstruktionen (Facette), je Facette
 

-- Erneuerung der Facette an Einzelkrone bei zahnbegrenzter Einzelzahnlücke (im Verblendbereich)
-- Erneuerung der Verblendung an Implantatgetragener Brücke (im Verblendbereich)
-- Daneben ist Festzuschuss 7.4 ggf. zusätzlich berechenbar

7.4

Wiederherstellungsbedürftiger
festsitzender rezementierbarer
Zahnersatz, je implantatgetragene Krone
oder Brückenanker
 

-- Wiederbefestigen einer Krone
-- Wiederbefestigen von Brücken, je Brückenanker
-- Daneben ist Festzuschuss 7.3 ggf. zusätzlich berechenbar

7.5

Erneuerungsbedürftige
implantatgetragene
Prothesenkonstruktion, je
Prothesenkonstruktion
 

-- 1 x berechenbar für die gesamte Prothesenkonstruktion, auch wenn diese zahngetragene Teleskopkronen usw. beinhaltet

7.6

Erneuerungsbedürftige
Prothesenkonstruktion bei atrophiertem
zahnlosem Kiefer, je implantatgetragenem
Konnektor als Zuschlag zum Befund nach
Nr. 7.5, höchstens viermal je Kiefer
 

-- Zuschlag zu Nr. 7.5 bei Erneuerung der Prothesenkonstruktion bei atrophiertem zahnlosen Kiefer
-- Abrechenbar je Konnektor, jedoch höchstens 4 x je Kiefer

7.7

Wiederherstellungsbedürftige
implantatgetragene
Prothesenkonstruktion, je
Prothesenkonstruktion
 

-- Unterfütterung jeder implantatgetragenen Prothese
-- Wiederherstellung implantatgetragener Prothesen (z.B. Sprung, Bruch)


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[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]     
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