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Mobilisationsplatte
engl.: mobilization plate; herausnehmbares kieferorthopädisches Gerät, um einen retinierten Zahn auf nahezu Okklusionsebene zu bringen. Dies hat den Vorteil, dass die reziproken "Herauszugskräfte" nicht unmittelbar auf einen Zahn, sondern auf die ganze Zahnreihe und den Gaumen übertragen werden.

Mobilisationstest
Mobilisationstherapie, "Amalgam-/Quecksilberausleitung", Schwermetallausleitung, engl.: mobilization test o. therapy; umstrittenes Verfahren zum Ausleiten von Schwermetalldepots aus dem menschl. Organismus; hauptsächlich in ganzheitlich orientierten Zahnarztpraxen durchgeführt. In der ZHK von gewissen Gruppierungen ("Ausleitungstherapie nach Daunderer"; verstorben) dazu gebraucht, um behauptete Schäden durch das Quecksilber in Amalgamfüllungen zu kurieren.
Wenig tauglich ist der bei Amalgamgegner beliebte DMPS-Test. Naturheilkundliche Verfahren (z.B. Selen D6; Derivato H, Süßwasseralge Chlorella) sollen den Organismus weniger belasten, dauern aber länger (bis zu einem Monat) und sind wissenschaftlich wenig dokumentiert. Neuerdings werden auch "Optimierungen" der Ausleitung durch einen Softlaser (Cepes Laser) angeboten. Hierbei sollen die "Kopfganglien" "entblockiert" werden.
Amalgamentfernung, Amalgamunverträglichkeit, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Quecksilberallergie, Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen,
Quecksilber-Exposition beim Entfernen von Amalgamfüllungen

Mock-up
Attrappe; Schlagwortbez. für eine (meist) auf Kunststoffbasis hergestellte zahntechnische Arbeit, um im Mund des Patienten das angestrebte Ergebnis zu visualisieren, und ihm gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, Ästhetik, Phonetik und Wirkung auf seine Umwelt zu testen.
Wax-up

mod ; Abk. von mesial-okklusal-distal; gängige Bezeichnung in der Füllungstherapie für große Kavitäten; MOD-Füllung

Modell
auch: Gipsmodell, engl.: dental cast, model; durch eine Abformung und nach Ausgießen gewonnene (positive) Form eines Kiefers (außerhalb des Mundes) oder einer Zahnreihe bzw. Teilen davon.
M
. bestehen i.d.R. aus speziellen Hartgipsen ("Stone"), gelegentlich sind auch Kunststoffe und Metalle im Einsatz.
M. finden Verwendung bei der Herstellung von Zahnersatz (sog. "Arbeitsmodell", "Meistermodell") und kieferorthopädischen Apparaturen, sowie bei der diagnostischen Auswertung und Dokumentation der Mundsituation (Modellanalyse).
Abformung, Doublieren, Galvanostegie, Gegenbiss, Gips, Lagerzeitkontraktion, Modellanalyse, Parallelometer, Quetschbiss, Sägemodell, Situationsabdruck, Splitcast-Sockel, Sockeln


Modellanalyse
Auswertung von Kiefermodellen, engl.: dental cast analysis; hauptsächlich in der Kieferorthopädie angewandtes dreidimensionales Analyse-/Messverfahren außerhalb des Mundes auf der Basis von Modellen der Kiefer und ihrer Lage zueinander. Aufgrund der festgestellten Werte werden die Fehlstellungen (Dysgnathien) beschrieben und eine entsprechende Therapie eingeleitet.
Angle-Klassen, Eismann Index, Gebissanalyse, Messpunkte, Raphe-Median-Ebene, Tuberebene, Sockeln

Modellguss
Modellgussprothese, "MoGu", Einstückguss-Prothese, "Stahlgerüst, Stahlprothese", engl.: model casting; zahntechnische Bezeichnung für aus Edelmetall (selten) oder aus einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung (standard) hergestellte Teilprothese "in einem Guss" (Prothesenbasis incl. Halte- und Stützelementen). In einem aufwendigen Laborverfahren wird die Einschubrichtung der Klammern vermessen, das gesamte Werkstück in Wachs modelliert und daraus ein Gussobjekt hergestellt ("Einstückguss"). Nach Ausarbeitung wird der M. mit Prothesenkunststoff im Bereich der Prothesensättel versehen, auf welche die Ersatzzähne eingearbeitet werden. M. gilt heute als Standardversorgung ( Zahnwissen-Festzuschüsse ab 2005) dann, wenn mehrere Zähne fehlen oder die individuelle Wertigkeit des Restgebisses nicht sicher abzuschätzen ist.
Als Vorteile des M. gelten:
praktisch kein Beschleifen natürlicher Zähne
nach Herausnahme ist eine optimale Mundhygiene möglich
relativ preiswert in der Herstellung (Stahl auf der Basis von Kobalt-Chrom-Legierungen)
Erweiterbar bei Verlust eines oder mehrerer eigener Zähne
Nachteile sind:
Klammern im sichtbaren Bereich beeinträchtigen die Ästhetik stark
Geringerer "Tragekomfort" als bei festsitzendem Zahnersatz
  psychologischer Effekt des herausnehmbaren Zahnersatz: "keine eigenen Zähne mehr"
  keine so gutes "Kaugefühl" wie mit festsitzendem Zahnersatz.
Einschubrichtung, Haltbarkeit von Zahnersatz, Klammer, Kragenplatte, Palatinalbügel, Rückenschutzplatte, Teilprothese, Verbindungselement, Vitallium, Zahnersatz

 



Nomenklatur
beim
M.


Modellgussklammer mit den entspr. Bezeichnungen

Modellmontage
engl.: mount, mounting; Einsetzen von Gipsmodellen in einen Artikulator/Fixator/Okkludator. Neben einer "einfachen Montage" der Modelle, so wie sie auch als Kiefer im Mund zueinander stehen ( Bissnahme), stellt die schädelbezügliche Montage nach entsprechender Registrierung der Schädelbezugsebenen eine gute Kopie der individuellen Gebissbewegungen dar, wenn die M. in einem entsprechend adjustierbaren Artikulator erfolgt. Eine weitere Montage-Technik ist die gelenkbezogene Montage.
Ästhetikschablone, Artikulator, Gesichtsbogen, Montageplatte, Remontage, Sockeln, Übertragungsbogen

Modellstumpf ; engl.: die; Sägemodell

Modellvermessung , engl.: (dental) cast measuring; Äquator, Klammer, Modellanalyse, Ney-Klammersystem, Parallelometer

MOD-Füllung
engl. mod-filling; gängige Kurzbezeichnung für eine größere Füllung, welche im Zahn die beiden Approximalkavitäten und die Kaufläche einschließt (MesialOkklusalDistal). Zu achten ist bei derartigen Füllungen auf eine möglichst schmale okklusale Fläche, da sonst die Gefahr einer Höcker- oder Zahnlängsfraktur besteht. Als Richtwert gilt: Breite der okklusalen Füllungsfläche = Hälfte der Distanz zwischen den oralen und vestibulären Höckerspitzen
 Black, Füllung, Kavität, OD-Füllung

 



Füllungs-Flächen
Mörser-Pistill-Prinzip
engl.: mortar-pestle-principle; auf Prof. Gerber zurückgehendes und durch die Condyloformzähne verwirklichtes Prinzip bei der Aufstellung von Kunstzähnen in der Vollprothetik im Seitenzahnbereich für eine bilateral balancierte Okklusion: anlehnend an den Aufbau des Kiefergelenks greifen die palatinalen Höcker des Oberkiefers (Pistill) in die zentralen Gruben (Mörser) der Antagonisten im Unterkiefer.




Molar
Molaren, Dentes molares, M, hinterer Backenzahn, Mahlzahn, Multicuspidatus, engl.: molar (tooth); lat. Bezeichnung für die Mahlzähne des menschl. Ober- und Unterkiefers. Diese sind die am weitesten hinten (distal) stehenden Zähne im Kiefer und weisen - funktionsbedingt - die größten Kau(Mahl-)flächen auf. Sie sind im Milchgebiss 8mal und im bleibenden Gebiss 12mal (incl. Weisheitszähnen) vorhanden. Sie sind i.d.R. im Oberkiefer 3-wurzlig (s. Abb.), im Unterkiefer 2-wurzlig; die Kaufläche wird meist durch vier (seltener 5) Höcker gebildet. Der erste Molar der bleibenden Gebisses trägt auch die Bezeichnung Sechsjahrmolar
Backenzahn, Cingulum, Grübchen, Prämolar, Wechselgebiss, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)


1. oberer M. ("6er") aus
versch. Sicht

 

Molare
Molarpunkt, kephalometrischer Begrenzungspunkt mit Unterteilung in:
Molare superior, Ms = laterale Begrenzung des endständigen Oberkiefermolaren
Molare inferior, Mi = laterale Begrenzung des endständigen Unterkiefermolaren

Molarendistanz
1.) sagittaler Abstand des ersten Oberkiefermolaren ("6er") und der Pterygoidvertikalen.
2.)  transversaler Abstand der ersten Molaren ("6er") eines Kiefers zueinander

Molarenfeld
engl.: first molar area; durch Knochenumbau- und Wachstumsvorgänge der Kiefer hinter den letzten Milchmolaren (Zähne 54, 65, 74, 84) entstehender Längen- u. Breitenzuwachs des Alveolarfortsatzes vor dem Durchbruch der ersten bleibenden Backenzähne ( Sechsjahrmolar). Dieser Vorgang wiederholt sich nochmals vor dem Durchbruch der zweiten bleibenden Backenzähne; vor dem Durchbruch der Weisheitszähne ist er i.d.R. aus Platzmangel zum aufsteigenden Ast hin - wenn überhaupt - nur schwach ausgeprägt.
Postlaktealebene, Wechselgebiss, Zielinsky-Modus


Molarenindex , engl.: molar index; Pont Index

Molarenrelation
von Andrews 1972 beschriebene Okklusionsverhältnisse für den Seitenzahnbereich im Sinne einer "okklusalen Stabilität":
der mesiobukkaler Höcker des 1. Oberkiefer-Molaren liegt in der Grube zwischen mesialem und mittleren Höcker des 1. Unterkiefer-Molaren
die distale Fläche der distalen Randleiste des 1. Oberkiefer-Molaren okkludiert mit der mesialen Fläche der mesialen Randleiste des 2. Unterkiefer-Molaren
der mesiolinguale Höcker des 1. Oberkiefer-Molaren liegt in der mittleren Fossa des 1. Unterkiefer-Molaren
die M. kann um die Eckzahnrelation erweitert werden: der obere Eckzahn okkludiert zwischen dem unteren Eckzahn und 1. Prämolaren
Eugnathie, Kaueinheit, Okklusion


Monat der Zahngesundheit ; Tag der Zahngesundheit

Mongolismus ; veraltet für Down Syndrom

Monoblock
Robin-Gerät
, engl.: monobloc(k); 1902 von P. Robin erstmals vorgestelltes Gerät zur Übertragung von funktionellen Reizen; wird als Vorläufer des Aktivators bezeichnet. Eingesetzt wurde er damals zur Sagittalverlagerung des Unterkiefers, zur Kieferdehnung und zur Bisshebung. Obwohl von Robin erstmals angewandt, wird die Funktionskieferorthopädie Andresen zugeschrieben, welcher allerdings erst 20 Jahre später diesen Grundgedanken umsetzte.
Aktivator, bite block, Kieferorthopädie



Monokelhämatom engl.: monocular periorbital hematoma; Brillenhämatom

Monoliasis ; veraltete Bez. für Soor

Monomere
engl.: do.; niedermolekulare Verbindungen, die sich durch Polyaddition, Polykondensation oder Polymerisation in hochmolekulare Verbindungen - sog. Polymere - überführen lassen.
Langzeitpolymerisation, Polymerisation, Pulver-Flüssigkeits-Verfahren

Monophyodontie ; einmalige Zahnung; Bez. für die nur einmal im Leben (bei einem Teil der Tiere) vorkommende Zahnung; Diphyodontie

Monoreduktor
engl.: do.; einseitige Freiendprothese an mindestens zwei endständigen Kronen zur Versorgung der einseitig verkürzten Zahnreihe. Aus prophylaktischer Sicht (Aspirationsgefahr) muss eine derartige Konstruktion sehr sicher mit dem Restgebiss verbunden sein (z.B. durch einen Riegel). Wegen anderer Techniken zur Versorgung derartiger Freiendlücken - z.B. durch Implantate - heute kaum noch gebräuchlich; gilt aber, im Gegensatz zur "Spinne", nicht als obsolet.


Monson ; George S. , DDS; Kalottenartikulation, Spee Kurve

Montageplatte
engl.: mounting plate o. ring; Hilfswerkzeug aus Kunststoff oder Metall, welches mittels verstellbarer Schrauben an einem Artikulator befestigt wird. Dient als Unterlage/Bezugsfläche für die einzubringenden Modelle, welche mit der M. reversibel verbunden sind. Man unterscheidet die obere M. von der unteren M.
Artikulator, Modellmontage

Morbidität
Erkrankungsrate, engl.: morbidity; Maß für die Häufigkeit von Erkrankungen in der Bevölkerung ohne dabei zwischen Inzidenz und Prävalenz zu unterscheiden.

Morbus
Krankheit, engl.: do.; Erkrankung mit einheitlichen, bekannten Symptomen und abschätzbarem Krankheitsverlauf. Im Gegensatz zum M. steht das Syndrom, welches aus einer Vielzahl bekannter oder vermuteter Krankheitsbilder bestehen und einen vielfältigen Krankheitsverlauf nehmen kann ("multifaktorielles Geschehen").

Morbus Crohn
Crohn Krankheit, Enteritis regionalis Crohn, engl.: Crohn's disease; chronische entzündliche Erkrankung des Verdauungstrakts, die hauptsächlich den unteren Dünndarm (Ileum) und den Dickdarm betrifft. Symptome sind anhaltender Durchfall, zum Teil mit Blut, und Bauchschmerzen. Die Ursachen der Erkrankung sind nicht bekannt; man nimmt an, dass genetische und Umweltfaktoren beteiligt sind. Vermutet wird weiter ein Fehlen von Bakterien der Species Faecalibacterium prausnitzii, welche Substanzen ausscheiden, die auf Darmzellen anti-entzündlich wirken. 2008 ergibt sich folgender Wissensstand: "Genetisch bedingter Stress im Epithel, jener dünnen Zellschicht, die die Grenze darstellt zwischen Darmbakterien und dem Immunsystem, ist als eine Ursache für die entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bekannt. Danach sind Veränderungen im Gen XBP1 Grund für den Zellstress. Veränderungen im XBP1-Gen führen zu Stress in der Eiweiß-Produktionsstelle der Zelle, dem so genannten endoplasmatischen Retikulum. Die Schleimhaut kann dann nicht mehr richtig mit Darmbakterien und entzündlichen Signalen umgehen." Das stellten Teams um Professor Arthur Kaser von der Harvard Universität Boston und um Professor Stefan Schreiber aus Kiel fest. (aus Ärztezeitung)
Im Mund kann sich der Morbus Crohn in ca. 8 % der Fälle als orofaziale Granulomatose (OFG) mit Ulzerationen und aphthoiden Läsionen (s. Abb.) manifestieren. Weiter treten meist eine Schwellung der Lippen und der unteren Gesichtshälfte mit einer Lymphadenitis sowie einer hyperplastischen Gingivitis auf.
An der schubweise verlaufenden Erkrankung, die nach dem amerikanischen Arzt Dr. Burrill Bernhard Crohn benannt ist, leiden in Deutschland schätzungsweise 150.000 Menschen, die Neuerkrankungsrate liegt bei rund 5 pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Die Erkrankungshäufigkeit ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Patienten haben auch ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
Orale Manifestationen des Morbus Crohn (zm, 2017)
Alarm im Darm (zm, 2017)
 

 


Morbus Menière
Menière-Krankheit
, "Drehschwindel", engl.: Meniere's disease; Erkrankung des Innenohrs unbekannter Genese. Als Symptome gelten: schubweise Anfälle von Drehschwindel, einseitigem Hörverlust und Tinnitus (Ohrensausen). Die meist zwischen dem 40. u. 60. LJ auftretende Erkrankung betrifft Männer häufiger als Frauen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Meni%C3%A8re

Morelli Index
engl.: Morelli's (caries) index; einfacher, ältester (1924) Kariesindex: Die Summe der vorhandenen Zähne wird durch die Summe gefüllter und/oder kariöser Zähne geteilt. DMF-Index, Index

Morquio Syndrom
erbliche Mukopolysaccharidose, von Dr. Morquio, einem Kinderarzt aus Uruguay, 1929 erstmals beschrieben. Kinder mit M. haben häufig kleine und spitze Zähne, der Zahnschmelz ist weniger widerstandsfähig. So kann es sehr schnell zu Kariesbefall der Zähne kommen. (aus: www.mps-ev.de/pdf/broschuere_typ_IV.pdf )

Morsus
Morsicatio, engl.: morsication, cheek (lip) biting; unbeabsichtigte Schleimhautverletzungen durch versehentliches Beißen auf Lippe oder Wangenweichteile (Morsus buccarum) oder Verbrennungen durch heiße Getränke während der Wirkungsdauer einer örtlichen Betäubung; besonders nach Leitungsanästhesie im Unterkiefer (Lippe, lip biting) auftretend. Kinder haben gern die Angewohnheit, auf der "tauben Lippe" herumzukauen und können dabei - mangels vorhandener Empfindung - die Lippe regelrecht zerbeißen. Es empfiehlt sich bei entsprechenden Personen für die Dauer der Begleitwirkung (~3 Stunden) eine eindringliche Aufklärung über die Folgen und/oder einen feuchten Mulltupfer in dieses Gebiet zu legen.
Leitungsanästhesie


drei Tage alte Aufbissverletzung im
Lippenbereich
Mortalamputation
MoA, engl.: mortal amputation; bis auf wenige Ausnahmefälle obsolete, gelegentlich angewandte chemische Abtötung ( Devitalisation) und spätere (in einer Folgesitzung) Entfernung des Kronenteils einer Pulpa. Die zurückbelassene Wurzel-Pulpa soll sich nach Durchtränkung mit eiweißfällenden Mitteln in plastisches, vom Körper toleriertes Gewebe umwandeln. Die im angelsächsischen Raum sehr verbreiteten formaldehydhaltigen Substanzen (Amputationspasten) zur Abtötung stehen wegen ihrer Toxizität immer heftiger im Kreuzfeuer der Kritik, so dass vermehrt nach aldehydfreien Alternativen gesucht wird. Eisensulfat, eventuell in Kombination mit neuartigen Zementen, konnte sich hier als Ersatz etablieren.
Indikation: Milchzahnbehandlung bei schwer zugänglichen Kindern, um bei einer allfälligen Wurzelkanalbehandlung der möglichen Gefährdung der Zahnkeime der bleibenden Zähne vorzubeugen. Wenn möglich, sollte besser eine Vitalamputation unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Behandlung von Milchzähnen, Mortalexstirpation, Vitalamputation


links: normaler Zahn
rechts:
Entfernung der Kronen-Pulpa
und Versorgung
mit einer hohen Wurzelfüllung (blau); darüber normale Kaufüllung
(grau)

mortale Dosis
engl.: mortal dose; die Menge eines Stoffes (Pharmakons), welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Tod führt. Ausdruck wenig gebräuchlich, dafür besser Dosis letalis (DL) oder letale Dosis (LD)
letale Dosis, PTD

Mortalexstirpation
engl.: mortal extirpation; gelegentlich angewandte chemische Abtötung ( Devitalisation) und spätere (in einer Folgesitzung) Entfernung der gesamten Pulpa, gilt - bis auf wenige Ausnahmefälle - heute als obsolet. Standard ist heute die sofortige Entfernung des erkrankten Nervs unter örtlicher Betäubung ( Vitalexstirpation):
Abb.: links: normaler Zahn rechts:vollständige Entfernung der Pulpa und Versorgung mit einer Wurzelfüllung (blau); darüber normale Kaufüllung
(grau)

Behandlung von Milchzähnen, Mortalamputation


Mortalität
Sterblichkeitsziffer, (-rate), engl.: death rate, mortality; Verhältnis der Zahl der Todesfälle innerhalb eines bestimmten Zeitraums zur Gesamtheit der berücksichtigten Personen (Gesamtbevölkerung, Population).
Letalität, Toxizität

Morton
William Thomas Green, Zahnarzt und Anästhesist (1819-1868), gilt als einer der Vorbereiter der schmerzfreien Zahnbehandlung heutiger Prägung. Er eröffnete am 30. September 1846 das Zeitalter der modernen Anästhesie. Der Zahnmediziner entfernte zum ersten Mal einen Backenzahn, ohne dass der Patient starke Schmerzen hatte. Morton hatte ihn mit äthergetränkten Tüchern betäubt - eine Methode, die er in Selbstversuchen getestet hatte. Dennoch dauerte es einige Jahre, bis sich derartige Betäubungen etablierten. William T. G. Morton wurde in Charlton/USA geboren und studierte Zahnmedizin in Baltimore, wo er zudem Wissen im Bereich Chemie erwarb. Dieses brachte ihn auf die Spur des Schwefeläthers, den er 1846 als Betäubungsmittel zum Patent anmeldete. Viele waren damit nicht einverstanden - der Streit um die Urheberrechte dauerte bis zu Mortons Tod. Der mehrfach international ausgezeichnete Mediziner starb verarmt in den Slums von New York.
Anästhesie, Geschichte der Lokalanästhesie, Lachgas

Mottling , Fluorose

Mottling-Index nach Dean , Fluorose-Index

Moyers-Analyse
engl.: Moyers analysis; nach Untersuchungen von Moyers ergibt sich, dass die Summe der mesiodistalen Durchmesser der bleibenden unteren Schneidezähne zu dem Platzbedarf in den Stützzonen (das heißt zu der Summe der mesiodistalen Durchmesser der Zähne 3, 4, 5) in einer festen Beziehung steht. Diese Relation kann anhand einer Tabelle (Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle; s. Abb.) abgelesen werden. Der Vorhersagewert der Tabelle von M. liegt nach Baugut auf einem 75%-Niveau.
Bolton Analyse, Neff-Verhältnis, Platzbedarfsanalyse, Zahnbreite

Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle , engl.: Moyers probability table ; Moyers-Analyse, Zahnbreite

MRT ; Magnetfeldresonanztomographie

MTAD
engl.: mixture of a tetracycline, an acid and a detergent (Tetrazyclin-isomer (Doxycyclin), Zitronensäure, Detergentium (Tween 80) und Phosphorsäure); Verwendung als Spüllösung eines infizierten Wurzelkanals oder zur Entfernung des sog. "smear layers" nach Füllungspräparation. Noch keine Langzeiterfahrungen (2007)
EDTA, Schmierschicht, Wurzelkanalbehandlung

MT-Komponente ; Karieslast

Muco-Seal® Abformung
Extensionsabformung, mukostatische Abformung, engl.: muco-seal impression; im zahnlosen Unterkiefer selten angewandtes Abdruckverfahren. Dieses fast drucklose Verfahren (Entlastungsabformung) mit einem Methacrylat-Material extendiert besonders in die vordere Unterzungentasche hinein.
Abformung, Funktionsabdruck

Müller Zeichen
engl.: Müller's sign; rhythmische pulssynchrone Bewegung (Kapillarpuls) der Uvula und Teilen des weichen Gaumens als Begleiterscheinung bei einer Aorteninsuffizienz.

Muffel
Gussmuffel, Gießküvette, engl.: muffle; in unterschiedlicher Größe vorgeformte, feuerfeste Stahlringe zur Aufnahme von aus Wachs modellierten Gussobjekten und deren Einbettmasse in der Zahntechnik im Rahmen des sog. "Einbettens".

mukodynamische Abformung ; Abformung, Funktionsabdruck

Mukogingivalgrenze
Linea girlandiformis
, engl.: mucogingival junction; Übergangsgebiet zwischen befestigter und unbefestigter Mundschleimhaut; häufig mit der Umschlagsfalte gleich gesetzt.
Alveolarmukosa, Gingivabreite, Mundschleimhaut, Rolltest, Schiller-Jodprobe, Tensionsprüfung

Mukoperiostlappen
Schleimhaut-Periost-Lappen, engl.: mucoperiosteal flap; Mundschleimhautlappen, welcher mit dem darunter liegenden Periost (Knochenhaut) fest verbunden ist. Wird gewöhnlich bei kieferchirurgischen Eingriffen im Rahmen der sog. "Aufklappung" mittels Skalpell und Raspatorium von der knöchernen Unterlage abpräpariert und dient nach dem eigentlichen Eingriff zum Wundverschluss ("Deckung") mittels Nähten oder anderen Fixationsmitteln. Im Gegensatz dazu wird beim sog. "Spaltlappen" nur die Schleimhaut - nach trennender Präparation vom Periost - mobilisiert.
Der Mukoperiostlappen nach Rehrmann (engl.: Rehrmann's mucoperiosteal flap) ist ein zur Umschlagfalte hin breit gestielter M. ( Trapezlappen), welcher - meist in der Mitte geschlitzt (das Periost wir an dieser Stelle von der Unterseite des Lappens her durchgeschnitten) - als plastischer Verschluss einer Mund-Antrum-Verbindung dient.
Lappenoperation, Osteotomie, Periost, Periostschlitzung, Schwenklappen, Spaltlappen, Stiellappen, Trapezlappen, Verschiebelappen, VY-Plastik, Z-Plastik
der_doppelte_spaltlappen (Fremdlink)
 





Trapezlappen

mukös , muzinös, engl.: mucous; schleimig, Schleim absondernd, von schleimartiger Beschaffenheit

Mukosa
Mucosa, Schleimhaut, engl.: mucosa; Schleimabsondernde innere Auskleidung von Hohlorganen mit einer der jeweiligen Funktion angepassten Deckschicht. Die Deckschicht ( Epithel) der M. ist unverhornt. Das sich häufig unter der M. befindliche lockere Bindegewebe ( Mundschleimhaut) wird als Submukosa bezeichnet.
In der Mundhöhle wird die Feuchtigkeit ("Schleimigkeit") der Mundschleimhaut durch Sekretion der in ihr eingelagerten kleinsten Speicheldrüsen oder durch die großen Speicheldrüsen erreicht.
Alveolarmukosa, Katarrh, Mukositis, Mundschleimhaut, Polyp

Mukosatransplantat , engl.: mucosal, perodontal graft, "freies Schleimhauttransplantat", Schleimhauttransplantat

Mukositis
Schleimhautentzündung, engl.: do.; im Gegensatz zur um den Zahn beschränkten Gingivitis, drückt die M. eine generell Entzündung der Mundschleimhaut aus. Begriff hauptsächlich gebraucht für entzündliche Schleimhautreaktionen nach Strahlentherapie und bei der Periimplantitis
Gingivitis, Katarrh, Mukosa, Mundschleimhaut, Strahlentherapie

Mukotom
"Schleimhauthobel", engl.: mucotome; hobelartiges Gerät zur Gewinnung von Schleimhauttransplantaten. Vom Prinzip her manuell oder angetrieben-mechanisch wirkende Modelle auf dem Markt.
  Schleimhauttransplantat

Mukozele
Schleimzyste, Mukoidzyste, engl.: mucoceleon; zu den Weichgewebszysten zählendes gutartiges Gewächs. Lokalisation vornehmlich in der Kieferhöhle, ausgehend von der Antrumschleimhaut, aber auch auf der Mundschleimhaut (Mundschleimhautzyste) vorkommend.
Aerozele, Ranula, Verschlusszyste, Weichteilzyste, Zyste

Multiband - Apparatur
MB - Apparatur, Multibandtechnik, engl.: multibanded appliance; (bedingt) festsitzende kieferorthopädische Behandlungsapparatur, welche die durch versch. geformte, aktive Drähte entstehenden Kräfte mittels Bändern oder Brackets auf die Zähne überträgt und so vornehmlich gesteuerte Zahnbewegungen bewirkt ( Vierkantbogen).
Nach den Entwicklern versch. Verfahren wird unterschieden in:
Begg-Technik (Segmentbogen-Technik, Abb. oben)
Edgewise-Technik
Light-wire-Technik
Ricketts-Technik (Abb. Mitte)
Straight-wire-Technik
Die Entwicklung der festsitzenden Apparaturen geht auf den historischen französischen "Universal-Zahnarzt" Fauchard zurück, welcher in seinem Werk "Le chirurgien Dentiste ou traité des dents" das sog. "Fauchard-Band" vorstellte.
Eine gute Mundhygiene ist bei einer M. unabdingbar, da die natürliche Selbstreinigung durch Mastkation erheblich eingeschränkt ist. Weiter entstehen durch das Bebändern schwer zugängliche Räume - durch Plaque in den Nischen kommt es rasch zu Karies und Zahnfleischentzündungen ( White Spot) - das Kariesrisiko ist erheblich erhöht. Weiter wurde festgestellt, dass der Mineralverlust um die Brackets herum bei Verwendung von Glasionomerzement als Befestigungsmaterial deutlich geringer ist als bei Komposite.
Gut bewährt haben sich - neben der peniblen häuslichen Pflege - regelmäßige gründliche Reinigungen mit Pulverstrahlgeräten in der Zahnarztpraxis. Empfehlungen nach sollte der routinemäßigen Einsatz von Fluoridlacken begleitend zur Multibandtherapie vor allem bei Patienten mit dürftiger Mundhygiene und mangelnder Compliance erwogen werden.
Begg Technik, Bracket (Abbildungen), Glattflächenversiegelung, Ligatur, Light-wire-Technik, Lingualtechnik, Mundhygiene bei einer kieferorthopädischen Behandlung, Orthodontie, QuadHelix, Retraktionsbogen, Segmentbogentechnik nach Burstone, Separation, Torque Bewegung, Weingart-Zange, Zahnbewegungen
Video: Wirkungsweise im 18-Monate-Zeitraffer
http://docserv.uni-duesseldorf.de/

 









engl. Fachausdrücke

 

 


Fauchard-Band als Vorläufer der M.

Mumps
Parotitis epidemica, Ziegenpeter, engl.: do.; virusbedingte Infektionskrankheit, welche sich äußerlich z.B. in einer Entzündung (Parotitis epidemica; meist einseitig beginnend) der Ohrspeicheldrüsen ( Parotis) zeigt. Wird im Anfangsstadium u.U. mit einer odontogenen Ursache ("Dicken Backe") verwechselt.
Hatchcock Zeichen, Sialadenitis

Mund
besser: Mundhöhle, Mundraum, engl.: mouth, oral cavity; mit der Hauptfunktion der Nahrungsaufnahme und der Herstellung von Lauten. Durch Muskeln (Lippen) verschließbar.
Unterscheidung in cavum oris proprium (Mundhöhle im eigentlichen Sinn) und Vestibulum oris (Mundvorhof). Beide sind durch die Zahnreihen voneinander getrennt. Die Mundhöhle wird durch die Lippen, Wangen, Gaumen, Mundboden (Diaphragma oris) und Gaumenbögen begrenzt.
Die Mundhöhle beherbergt ca. 700 unterschiedliche Mikroorganismen, sodass eine Wunde in diesem Bereich immer als infiziert gilt. Besonders für Eingriffe im Mund ist es kaum möglich, die Asepsis, die in anderen chirurgischen Disziplinen gefordert wird, zumindest für die in einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis durchgeführten Eingriffe einzuhalten. Ohnehin ist die Heilungstendenz von Wunden in der Mundhöhle sehr gut.
AlveolarmukosaGaumen, Mundboden, Mundflora, Mundflüssigkeit, Mundgesundheit, Mundhygiene, Mundschleimhaut, Rachen, Umschlagfalte





Mund-Antrum-Verbindung , MAV , Mund-Antrum-Perforation , MAP Kieferhöhlenperforation

Mundarzt
engl.: literal "mouth doctor"; 1994 eingeführter Sprachgebrauch an der Universität Witten/Herdecke für einen Zahnarzt ( www.openpr.de/pdf/78806/Aus-Zahnarzt-wird-Mundarzt.pdf  ). Diese Bezeichnung wird dort als ein Wandel des "Berufbildes Zahnarzt" verstanden und soll dem Aspekt der Vernetzung mit anderen medizinischen Disziplinen - besonders in den Bereichen Innere Medizin, Rehabilitationsmedizin, Dermatologie, Chirurgie sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde -  Rechnung tragen.

Mundatmung
engl.: mouth or oral breathing; Weg des Atemstroms mit Unterscheidung in eine anatomische und habituelle Mundatmung. Typische Folgen einer chronischen M. sind ein Offner Biss und eine Hemmung des Oberkieferwachstums in transversaler Richtung ("Schmalkiefer").
Adenoidenkiefer, Lippenkompetenz

Mundbehandlung
engl.: etwa oral mucosa treatment; schlagwortartige, im BEMA verankerte Bezeichnung für das Aufbringen von heilenden oder schmerzlindernden Medikamenten auf die erkrankte Mundschleimhaut.

Mundboden
Diaphragma oris, engl.: floor of the mouth; mehrschichtiger unterer Abschluss der Mundhöhle mit den Weichteilen zwischen Unterkieferkörper und Zungenbein:
Mundschleimhaut und beidseitige Unterzungendrüse
Zungenbeinmuskeln bestehend aus den Muskeln Genioglossus, Geniohyoideus, Mylohyoideus, Digastricus
Alveolarmukosa

Mundbodenaufnahme
engl.: floor of the mouth radiogram; eine der Okklusalaufnahme ähnliche Röntgentechnik zur Darstellung von Erkrankungen des Mundbodens (z.B. Fremdkörper, Speichelsteine)

Mundbodenphlegmone
Angina Ludovici, engl.: Ludwig's angina; gefürchtete, diffus und sich "schrankenlos" ausbreitende eitrig-phlegmonöse Entzündung im Mundboden und der vorderen bzw. seitlichen Halsregion (die Bez. Angina Ludovici bezog sich ursprünglich nur auf den Halsbereich) - auch heute noch, trotz Antibiotika, mit der Gefahr eines tödlichen Verlaufs.
Ursächlich sind meist Vereiterungen von Zähnen im hinteren Unterkieferbereich ausgehend, unbehandelte Kieferfrakturen und chronische Knochenvereiterungen. Die rasche Eröffnung des Abszesses erfolgt von außerhalb des Mundes (extraorale Inzidierung mit Einlage einer Drainage).
Abszess, Phlegmone

Mundbodenplastik , Vestibulumplastik

Mundbodenzyste, engl.: floor of the mouth cyst; Ranula

Mundbrennen , Burning Mouth Syndrome

Munddusche
Wasserstrahlgerät
, engl.: jet irrigator, water jet; Hilfsmittel zur Grobhygiene der Mundhöhle, besonders der Zähne; erstmals 1962 von Moyér u. Mattingly vorgestellt. Dabei entfernt ein pulsierender Wasserstrahl Speisereste oder durch andere Zahnreinigungstechniken teilweise abgelöste Plaque (Materia alba) aus den Zahnzwischenräumen oder unter festsitzendem Zahnersatz/kieferorthopädischen Geräten. Es wird berichtet, dass bei unsachgemäßer Anwendung durch den Wasserstrahl Erreger in die Tiefe der Zahnfleischtasche und in den Blutkreislauf gespült werden sollen ( Bakteriämie) ohne bisher einen wissenschaftlichen Beweis zu erbringen. Keinesfalls kann eine M. eine Erstreinigung der Zahnzwischenräume bewirken; hier muss auf geeignete Hilfsmittel (Zahnseide, Interdentalraumbürstchen) zurückgegriffen werden. Neuere Systeme sollen in Untersuchungen eine deutlich bessere Reinigungskraft in den problematischen Zahnzwischenräumen aufweisen - Langzeitstudien bleiben abzuwarten.
Mundhygiene, Weissenfluh
Special: Mundhygiene auf www.Zahnwissen.de

Mundfäule , Mundentzündung, engl.: (necrotizing) stomatitis; Stomatitis

Mundflora
engl.: mouth o. oral flora; natürliche Ansiedlung vielzähliger (106/ml Speichel) und -fältiger Mikroorganismen (oftmals ausschließlicher Standort zahlreicher spezifisch angepasster Bakterienarten) auf den Zähnen, in der Mund- und vorderen Rachenhöhle. Sie weist eine sehr große Artenvielfalt auf, die mindestens 500 - nach neusten Schätzungen sogar 700 - verschiedene Bakterienarten umfasst. Der Speichel enthält etwa 108 Bakterien pro Milliliter, der dentale Biofilm zwischen 108 und 1011 Bakterien pro Milligramm.
Hauptfunktion der M. ist der Schutz des Körper vor Krankheitserregern. Zwischen den einzelnen Keimen der Mundflora herrscht in einer gesunden Mundhöhle ein biologisches Gleichgewicht. Häufig haben die Bakterien der M. an ihrer Oberfläche Strukturen, die sie befähigen, sich einerseits mit Rezeptoren an Zellen und Zähnen festzuheften ( Streptococcus mutans) oder andererseits mit Oberflächenstrukturen von diversen Bakterien zu interagieren (Zucker-Protein- oder Protein-Protein- Interaktion). Auf diese Weise werden sie immobilisiert und können als Mischpopulation Biofilme und Mikrokolonien bilden.
Eine sorgfältige Kontrolle der M. ist eine wichtige Grundlage für Prophylaxe und Behandlung von Karies und Zahnfleischerkrankungen. Am Zahn selbst werden hierfür im Wesentlichen mechanische Mittel eingesetzt, die auf die Beseitigung der Bakterien von der Zahnoberfläche abzielen. Die Tatsache, dass Schleimhäute und Zunge, die rund 80% der Oberfläche der Mundhöhle ausmachen, damit nicht erfasst werden und so potenzielle Quellen von Krankheitskeimen darstellen, muss deshalb chemisch behandelt werden. In diesem Zusammenhang sind Mundspüllösungen ein ideales Mittel zur lokalen Applikation von Wirkstoffen und aktiven Substanzen, die in der Lage sind, die Zusammensetzung der M. zu kontrollieren und positiv zu verändern.
Die M. dient u. a. zur Verdauung, dem Gewebeschutz sowie der Stimulierung unspezifischer Abwehrfaktoren ( Immunsystem). Die normalerweise nicht krankheitserregenden Mikroorganismen können bei Störungen des biologischen Gleichgewichts, z. B. bei Antibiotikazufuhr, übertriebenen Mundhygienemaßnahmen oder Schwächung des Organismus durch Krankheit, Erkrankungen hervorrufen, welche ihren Verlauf meist in der Mundhöhle nehmen.
Mikroorganismen

Mundflüssigkeit
engl.: oral fluid; in der Hauptsache von den großen, paarig angeordneten Kopfspeicheldrüsen Glandula parotis, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis, sowie von vielen Tausend kleinen Speicheldrüsen gebildetes Sekret in der Mundhöhle mit vielfältigen Funktionen. Die M. setzt sich zusammen aus dem Gesamtspeichel und abgeschilferten Epithelresten, Leukozyten, Speise- und Getränkeresten, sowie geringen Mengen Sulkusflüssigkeit und Bronchialsekret.
Speichel, Speichelmenge, Xerostomie



Hauptspeicheldrüsen
des Kopfes

Mundgeruch
engl.: u.a. bad breath, halitosis, stomatodysodia ; zahnmedizinische Unterteilung in "Foetor ex ore" für mundhöhlenbedingten und "Halitosis" für anderweitig verursachten M. Zunehmend wird der Begriff "Halitosis" übergreifend für jede Art von M. gebraucht.
Obwohl Menschen mit Halitosis sozial und psychisch stark unter dem M. leiden können, werden in Deutschland - im Gegensatz zu den USA - von Ärzten und Zahnärzten nur selten adäquate Therapien angeboten.
M. kann auch - bedingt durch eine spezielle Bakterienzusammensetzung in der Mundhöhle - vererbt sein ( http://aem.asm.org/cgi/content/abstract/76/9/2806).
Bacteroides forsythus, Foetor ex ore, Gingivitis, Halitosis (ausführliche Darstellung), Prevotella intermedia, Treponema denticola, Zungenschaber
Video

mundgeschlossene Abformung; maxillomandibuläre Abformung, bimaxillärer Abdruck, Abdruckarten

Mundgesundheit
Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ), engl.: oral health, Zahngesundheit; Oberbegriff für eine Kombination von physischen, psychischen und sozialen Aspekten im Bereich der Mundhöhle ohne eine klare internationale Definition. Dem Autor erscheint die Erklärung der Engländer Sheiham, A. und Spencer, J. (1997) am treffendsten:
"Mundgesundheit ist die Fähigkeit, ein breites Spektrum an Nahrungsmitteln zu kauen und zu essen, deutlich zu sprechen, ein sozial akzeptables Lächeln sowie ein entsprechendes dentofaziales Profil zu besitzen, sich im Mundbereich wohl zu fühlen, frei von Schmerzen zu sein und einen frischen Atem zu haben." ( auch WHO-Erklärung).
Der zahnärztliche Weltverband (FDI) erklärt 2016 dazu: ==> specials/FDI-oral_health_definition-2016-de.pptx

Man unterscheidet:
  • primärer M., wobei weder eine akute noch eine bereits behandelte Erkrankung der Zähne und des Zahnhalteapparates erkennbar ist. Dieser Zustand ist in den zivilisierten Ländern bei Erwachsenen nur äußerst selten anzutreffen (Karies ist z.B. eine Volkskrankheit)
  • sekundärer M., wobei entstandene Schäden zahnärztlich behandelt sind und die Funktionsfähigkeit des Gebisses wiederhergestellt ist.

Als die 5 Zeichen für gesunde Zähne gelten:
Keine Karies
Kein Zahnstein, keine Plaque
Gesundes Zahnfleisch
Ein natürliches Weiß
einen frischen Atem
In Deutschland findet sich vor allem bei Kindern eine deutlich verbesserte M. sowie ein hoher zahnärztlicher Sanierungsgrad bei Erwachsenen.
In Deutschland gehen weniger ältere Menschen regelmäßig zum Zahnarzt als Kinder. Zahnärzte klagen häufig über ein mangelndes Prophylaxebewusstsein bei älteren Menschen. Weniger als 50% der 65-Jährigen kann als Prophylaxe-geschult betrachtet werden. Weiter finden sich nur wenige Studien über die Effektivität von fluoridhaltiger Prophylaxe (Zahnpasta, Mundspülungen) bei älteren Menschen. Die meisten Daten zur Wirksamkeit fluoridhaltiger Zahncremes basieren auf Studien mit Kindern und Jugendlichen. Elektrische Zahnbürsten mit oszillierenden Bürstenköpfen waren in zahlreichen klinischen Studien dem manuellen Zähneputzen überlegen: Sie reduzierten Plaque und Zahnfleischbluten um 7% bzw. 17% effektiver und kommen dem im Alter nachlassenden manuellen Geschick entgegen. Bei den Kindern sind es 90 Prozent, die mindestens einmal jährlich den Zahnarzt aufsuchen, bei den älteren Menschen dagegen weniger als 70 Prozent.
Die 5. Mundgesundheitsstudie des IDZ (DMS V):
von Oktober 2013 bis Juni 2014 werden über 4.000 repräsentativ ausgewählte Personen unterschiedlicher Altersgruppen ausführlich befragt und zahnmedizinisch untersucht. Die DMS V ist die größte Analyse zur Mundgesundheit und zur zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland.
Die Daten werden alle sieben bis acht Jahre vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung erhoben. Als Wiederholungsuntersuchung gibt die DMS einen langfristigen Überblick über Zunahme oder Rückgang der oralen Erkrankungen. Sie liefert zentrale Daten für die Gesundheitsberichterstattung und die Versorgungsforschung.
DMS V im Fokus: Entwicklung der häuslichen Mundhygiene - Was bei Patienten funktioniert (zm, 2017)

Behandlung in 2010 (Behandlungsfrequenz usw.), DMF-Index, EADPH, Gerostomatologie, Gesundheit, Krankheit, naturgesundes Gebiss, Oral Health Impact Profil (OHIP), Prävention, Prophylaxe, Salutogenese
Video: Risikofaktoren für die Mundgesundheit (YouTube, 2016)
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) ; 4. Mundgesundheitsstudie; © KZBV
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) ; 5. Mundgesundheitsstudie
Agenda Mundgesundheit 2017 bis 2021 - Richtschnur für kommende Reformen (zm, 2017)
Studie zur Mundgesundheit bei Flüchtlingen und deren Behandlungskosten (BZÄK, 11-2017)
Ursachen des Zahnverlustes in D (IDZ, 2007) oder © IDZ
Rauchen und Mundgesundheit oder ©: Bundeszahnärztekammer
WHO-Datenbank "Gesundheit für alle" mit zahlreichen europäischen Informationen (in Deutsch)
Zur Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen in Deutschland – eine systematische Übersicht (Review) auf der Grundlage aktueller Einzelstudien (IDZ, 2000–2012)



"positive Wirkungen" von Zähnen



Zähne mit Kariesbefall (DMF-T) bei 12-jährigen in D, 1983-2014



Karieserfahrung bei 12-Jährigen im internationalen Vergleich


Eigene Zähne und Zahnersatz bei jüngeren Senioren (1997-2014)

Mundhöhle , engl.: oral cavity;   Mund

Mundhöhlenkarzinom
Mundhöhlenkrebs,  engl.: oral cancer; das M. zeichnet sich durch eine hohe Mortalität und eine schlechte Prognose aus. Zudem wird die Diagnose in vielen Fällen zu spät gestellt. Besonders die endophytischen (nach innen wachsend) Karzinome können lange unauffällig sein. Nach dem gegenwärtigen Stand (2013) der Forschung dürfte es sich bei der Entstehung der Plattenepithelkarzinome (engl.: squamous cell carcinoma, SCC) um ein multifaktorielles Geschehen handeln. Verschiedene Risikofaktoren für ein M. werden beschrieben, im Vordergrund stehen dabei der chronische Tabak- und Alkoholkonsum (Maligne Trias: "Rauchen, Saufen und nicht Putzen"), Kauen der Betelnuss und die Infektion mit humanen Papillomviren. Weiter gilt eine Parodontitis als unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung des Plattenepithelkarzinoms der Mundhöhle. Doch bei fast 15 Prozent der Karzinome in der Mundhöhle ist der Auslöser unbekannt. Die Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen bei jüngeren Patienten (Bevölkerungsschicht der unter 45-Jährigen) ist deutlich gestiegen. Dabei scheinen Alkohol- und Tabakkonsum keine so dominante ätiologische Rolle zu spielen wie bei älteren Patienten. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 10.000 Menschen an einem M.



Zahl der Neuerkrankungen 2012



Wirkung des Tabakrauchs auf Mundhöhle und Zähne

Wegen der guten Durchblutung innerhalb der Mundhöhle tritt sehr früh eine Metastasenbildung in den regionären Lymphknoten auf. Deshalb sollten alle atypischen, innerhalb von 14 Tagen bestehen bleibende Veränderungen der Mundhöhle durch eine Probeexzission histologisch abgeklärt werden, da bei frühzeitiger Therapie und konsequenter Lymphknotenausräumung - sog. neck dissection - durchaus gute Erfolgsaussichten bestehen.

 
squamous cell carcinoma

Sarkome ( Osteosarkom, mit Abb.) in der Mund- und Kieferregion haben eine sehr niedrige Prävalenz. Die Weichgewebssarkome sind seltene maligne Neoplasien, die von Zellen des Mesenchyms ausgehen und rund 1 bis 2 % aller Tumorpatienten im Erwachsenenalter betreffen. Noch seltner ist der Anteil von Sarkomen im Mund- und Kieferbereich: Intraorale Sarkome haben in Bezug auf das Gesamtauftreten dieser Tumorart nur einen Anteil von 0,14 %.
Etwa 5% aller Krebserkrankungen entfallen auf die Mundhöhle. Das M. steht damit weltweit an 6.Stelle der am stärksten verbreiteten, bösartigen Erkrankungen. Die Entstehung erfolgt in 80 bis 90 % der Fälle aus einer vorher intakten Schleimhaut (ohne sog. Präkanzerosen). Das häufigste in der Mundhöhle vorkommende Karzinom ist das besonders bösartige verhornte Plattenepithelkarzinom. Die geschätzte Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland ist bei Männern mit etwa 7.800 mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen (etwa 3.000). Damit stehen Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens für die Männer hinsichtlich der Erkrankungshäufigkeit an achter Stelle. Ihr Anteil an krebsbedingten Sterbefällen beträgt 3,5%. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei vergleichsweise niedrigen 58, für Frauen bei 63 Jahren. Diese auf früheren Datenbasen beruhenden Zahlen dürften sich nach Schätzungen des Autors in den nächsten Jahren nach unten angleichen (starke Zunahme des Tabakkonsums beim weiblichen Geschlecht). Neuere Untersuchungen aus 2003 zeigen für D einen anderen Trend: Die Mortalitätsrate durch orale Tumore ist in den meisten europäischen Ländern besonders bei Männern beachtlich gestiegen. In Deutschland sind hingegen nur die Frauen von wachsender Sterblichkeit betroffen. Den ersten Platz im europäischen Vergleich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen nimmt Ungarn ein, mit einer durchschnittlichen Oralkrebs-Sterblichkeit von 20,2 pro 100.000 männlicher Einwohner (51,4 in der Altergruppe der 35- bis 64-Jährigen) und 2,58 bei den Frauen. Bei den Männern folgt hinter der Slowakei und Kroatien an vierter Stelle Frankreich mit einer Rate von 10,2 pro 100.000 Einwohner.


 
WHO-Klassifikation
der Mundhöhlentumore


Mundhöhlen- und
Rachenkrebs 1984-2004


Studien zur Mortalität von M. beschreiben, dass neben der Haupttodesursache Rezidiv auch die Komorbidität (von mehreren Krankheiten gleichzeitig befallen) auf das Überleben eine wesentlichen Einfluss hat. Die Inzidenz von Zweittumoren von Patienten mit Karzinomen liegt zwischen 7 und 15%. Einer Studie der Wiener Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (A Wutzl, C Klug, D Bezaczy et al.) stellt fest: Bei insgesamt 222 Patienten mit primären Plattenepithelkarzinomen, die an der Klinik behandelt worden waren, wurde das Überleben mittels Abfrage der Bevölkerungsregister überprüft und die Todesursachen retrospektiv ermittelt. Der mittlere Beobachtungszeitraum nach der Operation war 75,3 Monate. Die 2-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug 75,8% und die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate 62,1%. An einem Rezidiv (lokal, regionär oder Fernmetastase) verstarben 44 (19,4%), an einem Bronchialkarzinom 9 (4,1%), an einem Zweitkarzinom des Kopfes oder des Halses 8 (3,6%), an einem Karzinom des oberen Verdauungstraktes 5 (2,2%), perioperativ (um den Operationszeitpunkt herum) 10 (4,5%) und an anderen Ursachen 16 (7,2%). Von allen Rezidivpatienten verstarben 93% innerhalb von 36 Monaten nach Therapie.
Zur Behandlung des Plattenepithelkarzinoms gibt es zwei versch. Therapieansätze:
-- adjuvanter Ansatz: primär chirurgische Entfernung und dann eine postoperativ Bestrahlung
-- neoadjuvanter Ansatz: primär eine kombinierte Radio-Chemo-Therapie, dann erfolgte die eigentliche Tumorresektion

Das Risiko an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, ist im hohen Maße vom sozialen Status der Menschen und seinen Lebensgewohnheiten abhängig: Patienten mit Tumor im Mundraum haben im Vergleich zu Durchschnittsbürgern ein deutlich niedrigeres Bildungsniveau, waren längere Zeit arbeitslos und sind in größerer Zahl allein stehend. 90% der Tumorpatienten haben nur eine niedrige Schulbildung (Hauptschulabschluss oder ähnliches). Einen Abschluss mit Abitur können dagegen nur weniger als sechs Prozent der Untersuchungsteilnehmer vorweisen. Ebenfalls auffällig ist die im Vergleich zur Durchschnittsquote doppelt so hohe Arbeitslosigkeit bei den betroffenen Patienten sowie der mit einem Fünftel bemessene Anteil an Personen im Vorruhestand.
Menschen mit Parodontitis entwickeln doppelt so häufig Präkanzerosen und viermal so oft Mundhöhlenkarzinome wie Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen.
Zum Screening breiter Bevölkerungskreise empfiehlt der zahnärztliche Weltverband (FDI) die Anfärbemethode mit Toluidinblau
In jüngster Zeit stellt die Photodynamische Therapie (PDT) eine viel versprechende Option auch bei der Behandlung von Tumoren der Mundhöhle dar. Vor allem bei Karzinomen im Frühstadium erzielte die PDT Erfolge von rund 88% nach einmaliger Anwendung. Besonders geeignet zur PDT sind oberflächlich gelegene Tumore, da der Laserstrahl nur etwa einen halben Zentimeter in die Tiefe eindringt. Nebenwirkungen reichen von Schmerzen bis zur Rötung der bestrahlten Hautabschnitte. Auch die Sensitivität gegenüber direkter Sonneneinstrahlung ist erhöht. Die Betroffenen müssen etwa sechs Wochen nach der Therapie das Sonnenlicht meiden. Bevor die eigentliche Lasertherapie beginnt, wird dem Patienten intravenös ein lichtsensibler Wirkstoff injiziert. Dieser passiert die gesunden Zellen und reichert sich in den kanzerösen sowie präkanzerösen Zellen an. Zwei bis drei Tage nach Injektion werden die betroffenen Stellen mit Laserlicht bestrahlt. Dabei bilden sich Sauerstoffradikale, die den Zelltod herbeiführen. Zur Durchführung des Eingriffs, der etwa neun Minuten dauert, erhalten die Patienten eine Anästhesie.

Tumore in Mund und Rachen können zunehmend mit einem einfachen Abstrichverfahren ( "Bürstenabstrich" oder
 Bürstenbiopsie, auch: "Bürstentest"), engl.: brush biopsy; s.a.: www.buerstenbiopsie.de) frühzeitig erkannt werden. Die "gewöhnliche" Zytologie mit Auswertung nach Papanicolau, wie sie in der Gynäkologie zu großen Erfolgen in der Frühbehandlung von Zervixkarzinomen geführt hat, gelingt in der Mundhöhle nicht mit gleicher Aussagekraft, da das Mundhöhlenepithel verhornt und die entscheidenden Zellen mit einem einfachen Wattestab-Abstrich nicht gewonnen werden können. Hier hilft die Verwendung von relativ harten Bürstchen weiter. Nach Angabe deutscher Zahnmediziner der Abteilung für Oralchirurgie an der Universität Leipzig (T. Remmerbach et al.) seien operative Eingriffe zur Probeentnahme bei Verdacht auf das Vorliegen eines Karzinoms im Mund oder Rachen nicht mehr nötig. Das Verfahren könne auch von Zahnärzten angewandt werden. Bei richtiger Handhabung sei es ein sicheres Mittel zur Erkennung bösartiger Tumoren. Die Abstriche werden mit einer DNA-Analyse im Labor untersucht. Die Methode weise eine Treffsicherheit von 98 Prozent auf, so die Wissenschafter.

Neuerdings (2005) sollen auch Speichelbakterien für einen einfachen Test zur Erkennung von Mundkrebs eingesetzt werden können. Wissenschafter identifizierten drei Bakterientypen, die bei mehr als 80 Prozent der Erkrankungen mit OSCC (Oral Squamous Cell Carcinoma) auftraten: Capnocytophaga gingivalis, Prevotella melaninogenica und Strepococcus mitis sagten bei mehr als 80 Prozent der Fälle eine Erkrankung korrekt voraus. Es ist zusätzlich derzeit nicht ausgeschlossen, dass diese Bakterien die Krebserkrankung selbst verursachen könnten.
Weiter (2006) soll sich M. auch zuverlässig und in einem frühen Stadium durch einen Speicheltest entdecken lassen (im Frühstadium liegen die Heilungschancen bei 80 bis 90 Prozent, im Gegensatz zu ca. 50 % bei konventioneller Diagnostik). Vier Moleküle der Erbsubstanz RNA wurden ausfindig gemacht, die eine genaue Diagnose ermöglichen. Nach entsprechenden klinischen Erprobungen soll ein praktischer Einsatz erfolgen.

Metastasen von Primärtumoren in anderen Körperregionen sind selten und betreffen vor allem ältere Patienten. Die bevorzugte Lokalisation ist der Molarenbereich des Unterkiefers; der größte Anteil geht dabei von von Nierenzellkarzinomen aus. Bei rund einem Drittel der Patienten ist die Metastase der Kiefer-Gesichtsregion das erste klinische Symptom der Tumorerkrankung.
Adenom,
Bisphosphonate, CUP-Syndrom, Epithese, Ernährungsempfehlungen, Kaposi-Sarkom, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Melanomalignom, Neck dissection, Neoplasma, PDT, Positronen-Emissions-Tomographie, Resektionsprothese, Speicheldrüsentumoren, Spontanfraktur, Strahlentherapie, Toluidinblau, Zahntumoren, Zungenkarzinom
Leitlinie (2010) zur Früherkennung des Mundhöhlenkrebses: Patienteninformation ; Langfassung
Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs , (Ärztezeitung, 2017)
http://www.iarc.fr/en/publications/pdfs-online/pat-gen//bb9/index.php (sehr ausführlich + Bilder, engl.)
Patientenratgeber der BZÄK
Faltblatt: Als Krebspatient zum Zahnarzt (BZÄK, 2014)
Erkennung oraler Risikoläsionen in der zahnärztlichen Praxis Download der Broschüre
http://www.krebs-kompass.de (Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.)
Rauchen und Mundgesundheit oder ©: Bundeszahnärztekammer

Ergänzend seien hier noch einige Informationsquellen genannt:
http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/pati/bzaekdgzmk/2_04_mundhoehlenkrebs_farbe.pdf 
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/007-100OL.html 
http://www.dgzmk.de/zahnaerzte/mitgliederservice/mundschleimhaut-beratung.html 

Mundhygiene
Mundpflege, Zahnhygiene, engl.: oral hygiene; Oberbegriff und Sammelbezeichnung für alle hygienischen Maßnahmen innerhalb der Mundhöhle: Das tägliche Reinigen und Pflegen der Zähne, der Zahnzwischenräume, des Zahnfleisches und ggf. der Zunge. Diese Tätigkeiten dienen zur Vorbeugung von Erkrankungen innerhalb der Mundhöhle sowie der Unterstützung des Therapieerfolges zahnärztlicher Behandlungsmaßnahmen. Dabei ist die mechanische Reinigung ("Belagskontrolle") mit entsprechenden Hilfsmitteln durch keine andere Maßnahme zu ersetzen.
Frühmenschen nutzten vermutlich Grashalme zur Zahnpflege. Einer US-Forscherin zufolge polierten unsere Vorfahren damit ihre Zähne und säuberten vor allem die Zwischenräume von Essensresten. Der älteste aufgefundene Mundhygieneartikel - ein Zahnstocher - stammt aus der Zeit um 3.500 vor Christi. Die Mundhygiene ist damit älter als die Schrift und sehr viel älter als die Zahnmedizin. Meist waren es Laien, die mit den eigentümlichsten Begründungen für diese Form der Reinlichkeit warben. Mohammed betrachtete einen sauberen Mund als Voraussetzung für das Gebet und soll noch in der Sterbestunde nach seinem Kauholz verlangt haben. Und Schiller fand, wer sich nicht die Zähne putzt, "der gleicht in der Tat einem Tiere".
Zahnreinigungen sollen nach aktuellem Wissensstand hinsichtlich ihrer Häufigkeit und der eingesetzten Hilfsmittel risikoorientiert erfolgen. Für einen großen Teil der Bevölkerung gilt eine zweimal tägliche vorgenommene effektive Reinigung (jeweils ca. 2-3 Minuten) unter Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta als ausreichend. Vergessen wird häufig, dass eine harte, nicht zuckerhaltige Kost den größten Teil der M. übernimmt: Die mechanische Reinigung durch ein kräftiges Kauen reinigt die Zähne beständig während der Nahrungsaufnahme und der Organismus selbst ist in der Lage, durch im Speichel enthaltene Mineralstoffe Schäden am Zahnschmelz zu reparieren.
Auch unter Experten ist die "richtige Mundhygiene" umstritten. Derzeit herrscht diese Auffassung vor: Man nehme eine Zahnbürste mit gerundeten, nicht zu harten Kunststoffborsten und eine Zahncreme ohne Weißmacher, aber mit Fluoridzusatz. Die verteile man in sanften Kreisbewegungen auf den Zähnen. Dann spucke man aus, unterlasse jedoch das Spülen, damit die Fluoride nachwirken können. Ergänzend ist Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen vor dem eigentlichen Zähneputzen sehr zu empfehlen, da von diesen Stellen aus viele Zahnfleischerkrankungen ihren Ursprung nehmen und dieser Bereich besonders kariesanfällig ist. Dieser Vorgang sollte zweimal am Tag für jeweils 2-3 (je nach Technik und Effektivität) Minuten erfolgen.
69 Prozent der Bundesbürger putzen nach eigener Auskunft wenigstens zweimal am Tag die Zähne, weitere 25 immerhin einmal. Trotzdem leiden fast alle (~98 Prozent), an Karies. Dies erlaubt den Schluss, dass entweder die Selbsteinschätzungen nicht stimmen oder eine falsche Putztechnik ausgeübt wird oder das Ernährungsverhalten nicht stimmen kann. 2014 betrug der Umsatz für Zahn- und Mundpflegeartikel in D 1,4 Milliarden Euro.
2014 wurden nach den zahnärztlichen Mitteilungen:
- hat jeder Deutsche 5,2 Tuben Zahnpasta verbraucht und 2,9 Zahnbürsten verwendet. Die BZÄK empfiehlt 7,3 Tuben und 4 Bürsten.
- verwendete jeder Deutsche 20,1 VE Zahnseide und 1,4 Interdentalbürsten. Empfohlen werden 365 VE Zahnseide und 52 Interdentalbürsten.
Ein zu häufiges, aggressives Zähneputzen kann das Auftreten von nicht-kariesbedingten Zahnschäden, z. B. in Form von Abrasionen oder Erosionen, begünstigen. Auch die American Dental Association (ADA) empfiehlt lediglich eine zweimalige tägliche Zahnpflege mit einer weichen Zahnbürste.
Weiter wird ein zweiminütiges Bürsten mit einem Druck von 150 Gramm, was dem Gewicht einer Orange entspricht (Anpressdruck auf einer Küchenwaage testen), angeraten. Bestehender Zahnbelag wird nach mehr als zwei Minuten Putzen und/oder einem Druck von mehr als 150 Gramm nicht mehr geringer; dafür treten u.U. Schäden am Zahnschmelz und an freiliegenden Zahnhälsen auf.
Veraltete Ratschläge und Behauptungen, die in unseren Regionen noch weit verbreitet sind (z. B. „nach jedem Essen Zähneputzen nicht vergessen“) sind in diesen Empfehlungen nicht zu finden.

Nachfolgende Grafiken zeigen die Ergebnisse zweier Colgate-Studien (2004 u. 2009) zum Mundhygieneverhalten der Deutschen:



Special: Mundhygiene auf www.Zahnwissen.de
Erhaltungstherapie, Gingivitis Kariesprädilektionsstellen, Kariesprophylaxe, Munddusche, OHIP, Periimplantitis, Plaque, Plaquehemmung, Professionelle Zahnreinigung (PZR), Prophylaxeshop, Zahnbürste, Zahnbürstmethoden, Zahnbürstenbaum, Zahnhölzchen, Zahnpflegekaugummi, Zahnseide, Zahnstein, Zungenbelag, Zungenschaber
Glossar der Grundbegriffe
Zähneputzen - Planlos im Mundraum (2014)
European Platform

Mundhygiene - Status
Mundhygiene-Index
, Oraler Hygiene-Index (OHI), engl.: oral hygiene index; zusammengesetzt aus dem Zahnsteinindex (CI-S) und dem Belagsindex (DI-S):
Man unterteilt das Gebiss in 6 Regionen (Backenzähne rechts, Frontzähne, Backenzähne links; jeweils getrennt nach Ober- und Unterkiefer) und sucht sich davon jeweils den Zahn mit der stärksten Belagsbildung, unterteilt nach harten und weichen Belägen, aus. Dieser wird dann wiederum an 6 Messpunkten untersucht. Dieses wissenschaftlich zwar sehr exakte aber aufwendige Verfahren wird meist durch den OHI-S Index ("S" steht für "Simplified" = vereinfacht; nach Greene and Vermillion, 1964) ersetzt, welcher mit einem Messpunkt pro Zahn auskommt.
Eine Einteilung erfolgt derart:

DI-S    =  0 : keine Beläge oder Verfärbungen vorhanden
DI-S    =  1 : weiche Beläge unter einem Drittel der Zahnoberfläche und/oder Verfärbungen ohne zusätzliche Beläge; dabei spielt die Größe der Oberfläche, die bedeckt wird, keine Rolle
DI-S    =  2 : weiche Beläge: auf mehr als einem Drittel, aber weniger als zwei Dritteln der Zahnoberfläche
DI-S    =  3 : alles, was über DI-S 2 geht

CI-S    =  0 : kein Zahnstein
CI-S    =  1 : supragingivaler Zahnstein, der weniger als ein Drittel der sichtbaren Zahnoberfläche bedeckt
CI-S    =  2 : supragingivaler Zahnstein, der mehr als ein Drittel aber weniger als zwei Drittel der sichtbaren Zahnoberfläche bedeckt und/oder einzelne Bezirke mit subgingivalen Zahnstein
CI-S    =  3 : mehr als zwei Drittel der sichtbaren Zahnoberfläche ist mit supragingivalen Zahnstein bedeckt und/oder ein zirkuläres Band von subgingivalen Zahnstein

Belagsindex, Denture-Hygiene-Index, IP-Positionen, Plaque-Index

 



OHI-S Index (nur ein Messpunkt pro Zahn)

Mundkeil
Mundsperrer, Mundfinger, engl.: mouth gag, oral screw, tooth wedge, jaw brace; aus versch. Materialien und Formen bestehende Hilfsmittel zum Offenhalten des Mundes, z.B. während einer Vollnarkose, bei behandlungsunwilligen Personen, bei vorliegender Kieferklemme, oder bei lang dauernden zahnärztlichen Eingriffen zur Entlastung der Kiefer(öffner)muskulatur. Die früher aus Metall bestehenden Hilfsmittel (s. Abb.) sind heute weitgehend durch Kunststoffmaterialien - teils individuell angepasst - ersetzt worden.





Roser-König Mundsperrer

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
MKG, MuKi, engl.: oral and maxillofacial surgery; gilt als ein medizinisches Fachgebiet, welches die Diagnostik, Therapie, Prävention, funktionelle Rehabilitationen (Kauen, Schlucken, Sprechen) und ästhetische Behandlungen von Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen der Zähne, der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes beinhaltet.
"Die Mund.- Kiefer- und Gesichtschirurgie ist eine vorwiegend chirurgische Fachdisziplin, die durch eine hochspezialisierte Ausbildung der anatomischen und funktionellen Komplexizität des Gesichtes und der Kiefer Rechnung trägt. Deshalb basiert die Facharztausbildung nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin und Zahnmedizin auf einer mindestens vierjährigen Weiterbildungszeit. In drei weiteren Jahren kann die Spezialisierung für plastisch- rekonstruktive Massnahmen im Kiefer- Gesichtsbereich erfolgen. Die Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie umfaßt die Erkennung, Behandlung, Prävention und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Frakturen, Fehlbildungen und Formveränderungen der Zähne, der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die funktionelle (Kauen, Schlucken, Sprechen) und ästhetische Rehabilitation des Patienten.." ... weiter: http://www.mkg-chirurgie.de/
BVAZ, Oralchirurgie

mundoffene Abformung ; Abdruck

Mundöffner , Kaumuskulatur

Mundöffnung
Auseinanderdriften der Zähne des Unter- gegen den Oberkiefer und Lippen in unterschiedlich starkem Ausmaß.
Störungen der M. können Folge von zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen (z.B. Weisheitszahnoperation), Kiefergelenkserkrankungen oder Kieferbrüchen sein. Eine eingeschränkte M. oder Bewegungsstörungen bei der M. (Seitenabweichungen) oder beim Mundschluss fallen häufig erst beim Gähnen, Kauen eines Brötchens oder beim Beißen in einen Apfel auf. Werte zwischen 40 u. 50 mm zählen als normale M. ( Schneidekantendistanz), können aber individuell erheblich schwanken (es werden Werte zwischen 31 u. 76 mm angegeben).
Beißblock, Bisssperre, Deviation, Helkimo-Index, Kaumuskulatur, Kieferklemme, Kiefergelenksgeräusche ("Knacken"), Limitation, Spatelübungen, Unterkieferbewegung, Unterkiefergrenzbewegungen, Unterkieferreflex
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/habil-online/03/04H016/t8.pdf

Mundschleimhaut
engl.: oral mucosa; die gesamte Mundhöhle (von den Lippen bis zu den Gaumenbögen reichend) auskleidende Schleimhaut ( Mukosa). Befindet sich unter der M. noch eine weitere Gewebeschicht (sog. Submukosa), so ist die M. auf der Unterlage verschieblich, in den anderen Fällen (Gebiete des harten Gaumens, der Kieferkämme und des zahnlosen Kiefers) ist die M. fest mit der knöchernen Unterlage (Periost) verbunden und unverschieblich darauf befestigt (attached, s. Abb.).
Zahnärztlicherseits erfolgt noch eine Unterteilung in die Gingiva, welche durch die Mukogingivalgrenze (der Übergang der befestigten "attached" Gingiva zur beweglichen, nicht verhornten M.; Alveolarmukosa) abgegrenzt wird und keine schleimbildenden Drüsen aufweist. Darstellung der Mukogingivalgrenze durch Anfärben mit der "Schiller-Jodprobe".
Allgemeinerkrankungen zeigen sich häufig durch frühzeitige und teilweise alleinige Veränderungen der M. : z.B. die belegte Zunge bei einer Blinddarmentzündung oder Pilzerkrankungen des Mundes (Candidiasis) bei Diabetes oder Formen einer Immunschwäche z.B. bei HIV. Ebenso gibt es eigenständige Erkrankungen der M., wie der Lichen ruber planus oder die Leukoplakie.
US-Forschern ist es 2009 gelungen, aus humanen embryonalen Stammzellen Gewebe zu züchten, das dem der Mundschleimhaut ähnelt. Für ihre erfolgreichen Versuche nutzten sie die etablierte Zelllinie H9. Zum einen entwickelten sie daraus Epithelzellen, zum anderen mesenchymale Zellen, also die Zellschicht unter dem Epithel.
Alveolarmukosa, Aphthe, Gingiva, Mukosa, Mukositis, Mundschleimhauterkrankung, Tissue Engineering

 



die befestigte ("atteched")
G. ist an der hellen Farbe zu erkennen

Mundschleimhauterkrankung
engl.: sore mouth; Oberbegriff für alle Erkrankungen der Mundschleimhaut - aber ohne Erkrankungen des Zahnfleischs (Gingivitis, Parodontitis); Zungenerkrankungen werden nur bedingt zu den M. gerechnet. Typische M. sind Aphthen, Herpes, Noma, Soor, Stomatitiden, Leukoplakien, Lichen, geschwürige Veränderungen.
S2k-Leitlinie, Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut; Stand: November 2016 Gültig bis: November 2019

Mundschließer , Kaumuskulatur

Mundschutz
als hygienische Maßnahme, auch chirurgischer Mundschutz; engl.: mask; Einmalmasken aus Vlies oder Zellstoff zur Vermeidung einer gegenseitigen Kontaminationsgefährdung durch Aerosole, Blut und Speichel, besonders bei invasiven Eingriffen. Der Begriff M. ist insofern nicht korrekt, als er auch die Nasenöffnung mit einschließt.

Mundschutz
bei sportlichen Aktivitäten, auch Zahnschutz, "Boxerschutz", engl.: mouth guard, gumshield; im Sport seit 1913 bekanntes herausnehmbares Gerät - meist aus Kunststoff - zum Schützen der Zähne, Lippen, Zunge und Kiefer bei verletzungs-/unfallträchtigen Sportarten. Hierbei kann die Zahn- und Kieferbruchgefahr bis zu 60 mal höher sein. Wegen der Unbequemlichkeit beim Tragen häufig von mangelnder Compliance begleitet.
Etwa jedes dritte Kind erleidet beim Sport eine Zahnverletzung; in drei von vier Fällen sind dann die kosmetisch markanten oberen mittleren Schneidezähne betroffen. Beschädigte Zähne führen oft zu lebenslangen Folgekosten, die sehr weit über den Kosten eines M. liegen. Zusätzlich werden durch Dämpfung und Kraftverteilung Kiefer- und Kiefergelenksbrüche verhindert; Gehirnerschütterungen treten 16mal seltener auf.
Ein M. muss elastisch sein, um Schläge zu dämpfen und gleichzeitig starr genug, um Energie abzuleiten und diese auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Das Dämpfungsverhalten eines M. steht in direkter Beziehung mit der Materialstärke. Die Kraftverteilung wird durch die Härte und Elastizität des Mundschutzbehelfs bestimmt. Als Material wird derzeit (2008) Ethylen-Vinyl-Acetat in einer zweilagigen Pressung (ggf. mit einem schwammartigen Mittel dazwischen) bevorzugt. Als optimales Maß werden 4 mm Stärke empfohlen. Zusätzlich sollte er ein unbehindertes Atmen ermöglichen und weder spannen noch drücken, also einen akzeptablen Tragekomfort aufweisen. All diese Forderungen können nur durch einen individuell angefertigten M. (s.u.) erfüllt werden.
Von der Herstellung/Konstruktion her, werden versch. Arten unterschieden:
  • Konfektionierter Mundschutz: meist in Sportfachgeschäften erhältlich vorgefertigte Behelfe aus Weichgummi oder -plastik. Ein Halt erfolgt durch ein Beißen der Zähne darauf. Wenn auch preislich günstig, bietet diese Art nur einen unbefriedigenden Schutz und ist den beiden nachfolgenden Typen signifikant unterlegen. Kosten ca. 10 €
  • Individuell angepasster Mundschutz: vorgefertigte, typisierte Plastikschienen werden durch Wärme plastisch und dann an die Kieferverhältnisse des Benutzers angepasst. Anpassung von zahnmedizinischen Laien; Qualität des Schutzes stark von den vorliegenden Kieferverhältnissen ("Durchschnittskiefer", "Fehlstellungskiefers") und dem Geschick des Anpassers abhängig. Kosten ca. 10 - 50 €; siehe Abb.
  • individuell angefertigter Mundschutz: in einer zahnärztlichen Praxis werden von den Kiefern Abdrücke genommen und außerhalb des Mundes in einem zahntechnischen Labor ein entsprechendes Gerät individuell angefertigt.
    Hoher Tragekomfort und ein exaktes Anpassen an die Zahnreihen/Kiefersituation gewähren einen optimalen Schutz. Kosten ca. 100 - 200 € .

Behandlung auf Verlangen, Kunststoffe, traumatische Zahnverletzungen
http://www.zahnunfall.de
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Der anatomisch vorgeformte OrthoSafe wird durch kurzes Eintauchen in heißes Wasser individuell angepasst und sitzt so akkurat wie eine dentale Abformung. Die Transparenz des Materials ermöglicht dem Behandler die visuelle Kontrolle bei der Anpassung von OrthoSafe. Die Haltevorrichtung von OrthoSafe garantiert die optimale Materialstärke zwischen beiden Zahnbögen.

Mundsperrer ; Bisssperre, engl.: mouth prop; Mundkeil

Mundspiegel
Zahnspiegel, engl.: dental o. mouth mirror; zusammen mit Sonde und Pinzette die meist verwendeten Instrumente in einer Zahnarztpraxis. Neben der Hauptbestimmung als diagnostisches Instrument bei der Untersuchung wird er vor allem noch zum Abhalten von Zunge und Wange eingesetzt. Die - nach Möglichkeit beschlagfreie - Oberfläche ist plan oder zur Vergrößerung leicht konkav gestaltet und zwischen 22 u. 26 mm im Durchmesser.

Mundspüllösungen
orale Chemoprophylaktika, engl.: mouthwash-solutions; meist bei der Plaque-Bekämpfung (Plaquekontrolle, Kariesprophylaxe) und zur Behandlung bei Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Eine sorgfältige Kontrolle der Mundflora ist eine wichtige Grundlage für Prophylaxe und Behandlung von Karies und Zahnfleischerkrankungen. Am Zahn selbst werden hierfür im Wesentlichen mechanische Mittel eingesetzt, die auf die Beseitigung der Bakterien von der Zahnoberfläche abzielen. Die Tatsache, dass Schleimhäute und Zunge, die rund 80% der Oberfläche der Mundhöhle ausmachen, damit nicht erfasst werden und so potenzielle Quellen von Krankheitskeimen darstellen, muss deshalb chemisch behandelt werden. In diesem Zusammenhang sind medizinische M. ein ideales Mittel zur lokalen Applikation von Wirkstoffen und aktiven Substanzen, die in der Lage sind, die Zusammensetzung der Mundflora zu kontrollieren und positiv zu verändern.
Die Ansammlung von Plaque führt, wenn keine Gegenmaßnahmen erfolgen, zur Entzündung des Zahnfleisches ( Gingivitis). Neben der mechanischen Plaqueentfernung (tägliche Mundhygiene, Professionelle Zahnreinigung) können Substanzen eingesetzt werden, welche die Mikroorganismen chemisch bekämpfen ("Chemische Zahnbürste"; Plaquehemmung, Plaquekontrolle (chemische)). Es sind jedoch nur wenige Stoffe bekannt, die klinisch angewendet werden können, unter anderem Chlorhexidin, Zinnfluorid und Triclosan. Probleme ergeben sich hierbei häufig durch die Färbewirkung und den Geschmack der Lösungen. Bekannte Vertreter antiseptisch wirkender M. sind Chlorhexidingluconat (CHX) (z. B. Corsodyl®, Oral B®, Hexoral®, Nur 1 Tropfen Chlorhexidin®, Curasept®), ätherische Öle (Listerine®), Triclosan (Colgate Total Plax®), Cetylpyridiumchlorid (CPC) (z.B. Periogard ® Plus), jodhaltige Verbindungen und die Kombination von Amin- und Zinnfluoriden (meridol®).
Die Plaque-reduzierende und antibakterielle Wirkung von M., die Triclosan und Amin-Fluoride enthalten, scheint in erster Linie durch den Amin-Fluorid-Bestandteil gewährleistet zu werden. Als Standardpräparat hat sich Chlorhexidin in vielen Untersuchungen bewährt. Allerdings entfalten derartige Lösungen nur bei entsprechender Konzentration und Spülmenge (z.B. 2 x 10 ml 0,2-prozentig = 40 mg Tagesdosis) ihre echte "Anti-Plaque-Wirkung". In geringeren Konzentrationen (z.B. 2 x 10 ml 0,06-prozentig = 12 mg Tagesdosis) wirken derartige Lösungen nur Plaque-vermindernd und sind dann höchstens als wertvolle Unterstützung der täglichen mechanischen Zahnpflege anzusehen.
Fluorwasserstoffperoxide (0,05% Natriumfluorid, 1.5% Wasserstoffperoxid) in Lösung haben eine positive Wirkung auf das Zahnfleisch bei gleichzeitiger Bleichaktivität, ohne dass bisher Nebenwirkungen bekannt sind. Wissenschaftler empfehlen deshalb die Anwendung von Fluorwasserstoffperoxiden als Zusatz zur täglichen Mundhygiene.
In M. enthaltener Alkohol kann im Mund enzymatisch zu der toxischen Verbindung Acetaldehyd abgebaut werden. In vitro zeigt diese Substanz einen negativen Effekt auf Fibroblasten, die eine Schlüsselrolle beim Aufbau und bei der Vernetzung des Bindegewebes spielen; es wird deshalb vor einem nicht sachgemäßem Gebrauch alkoholhaltiger M. gewarnt; aus wissenschaftlicher Sicht ist der "Lösungsvermittler" Alkohol überflüssig.
Ohne eine (vorherige!) mechanische Reinigung (Zähneputzen, professionelle Zahnreinigung usw.) ist die Wirkung von M. stark eingeschränkt bzw. nutzlos. Weiter ist zu beachten, dass in der Mundhöhle eine ausreichende Verfügbarkeit ( Substantivität) über den Tag vorhanden sein muss, da ihre eigentliche Einbringzeit relativ kurz ist. Eine hohe Substantivität weisen vor allem Chlorhexidin und AZF-Verbindungen auf. 
Auf bestehende Biofilme haben die geläufigen M. nur einen geringen Einfluss; antibakterielle Mundspüllösungen auf der Basis ätherischer Öle (z.B. Listerine™) können dagegen in der Lage sein, den B. zu durchdringen und die Bakterien abzutöten.
Ein direkter Vergleich zwischen Chlorhexidin und Listerine™erbrachte in einer Studie (Charles, C H et al.: Comparative antiplaque and antigingivitis effectiveness of a chlorhexidine and an essential oil mouthrinse: 6-month clinical trial. J Clin Periodontol 2004; 31) etwa ebenbürtige Resultate mit einem leichten Vorteil für Chlorhexidin, sodass die Empfehlung ausgesprochen wird, bei einem Langzeitgebrauch auf ätherische Öle zurückzugreifen, um den bekannten Nachteilen des Chlorhexidin (bei längerem Gebrauch: Geschmacksveränderungen, Verfärbungen) zu begegnen.
Von den medizinischen und meist ärztlich verordneten M. zu unterscheiden sind die Mundwässer und Mundsprays, die in einer Vielzahl angeboten werden. Diese Präparate zum Verbessern des Atems sind nicht mehr als eine kosmetische Überdeckung mangelnder Mundhygiene und mit einem Körper-Parfüm zu vergleichen. Von einem regelmäßigen Gebrauch ist eher abzuraten, da eine tägliche ungezielte "Desinfektion" der Mundhöhle mehr Schaden als Nutzen bringt: Die Qualität und die Enzyme des Speichels werden negativ verändert; durchaus sehr nützliche Bakterien werden ebenfalls abgetötet.
Antiseptikum, Cetyl-Pyridin-Chlorid (CPC), Chlorhexidin, desquamative Gingivitis, Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen, Hexetidin, Kamille, Kavosan, Kosmetika, Natriumperborat, Polyhexanid (PHX), Plaque, Teebaumöl, Thymol, Zahnstein, Zinkoxid
http://www.dental-education.ch/opl/

Mundtangente
Lippen-Kinn-Tangente, engl.: labia-mentum-tangent; kieferorthopädische Hilfslinie zur Beurteilung des Lippenprofils mit den Bezugspunkten Subnasale und Hauptpogonion. Die von A.M. Schwarz eingeführte Definition der Weichteilverhältnisse der Unterlippe zum Kinn dient vor allem der Lippenanalyse ( Lippenkompetenz, Lippentreppe) und verläuft im Winkel zu der ebenfalls eingesetzten Holdaway-Profillinie (s. Abb.)
A-Pog-Ebnene, Ästhetiklinie, Burstone Linie, E-Linie, Gesichtshorizontale - Gesichtsvertikale, Pogonion, Profilanalyse

Mundtrockenheit , engl.: mouth dryness; Oligosialie, Xerostomie

Mundvorhof
Vestibulum oris, engl.: vestibule; Raum zwischen Lippen bzw. Wange und dem Alveolarfortsatz. Im Übergang dieser beiden Gebiete liegt die Umschlagfalte. Entwickelt sich embryonal aus der sog. Labiogingivalfurche, einer Einsenkung zwischen Alveolarwall und Lippe.
Alveolarmukosa, Mund, vestibulär

Mundvorhofplastik , Vestibulumplastik

Mundvorhofplatte
MVP, Lippenformer, Mundschild, Vestibularschild, Propulsor, engl. oral o. vestibular screen; zahnärztliches Behandlungsmittel aus Kunststoff mit gewisser Ähnlichkeit zu einem "Schnuller"; verwendet zur Vorbeugung und Frühbehandlung ( kieferorthopädische Frühbehandlung) von Habits, wie Lutschgewohnheiten, Offenem Biss und Mundatmung im Milchzahn- oder (bedingt) im Wechselgebiss. Das individuell auch zusätzlich mit bestimmten Hilfsmittel versehene Grundmodell stellt bei geringen Kosten (~ 10 €) eine wirksame Prophylaxe bei drohenden Stellungsanomalien im bleibenden Gebiss dar. Nur wirksam, wenn ein störungsfreies Atmen durch die Nase möglich ist. Gelegentlich auch unterstützende Verwendung zur Umstellung von der Mund- zur Nasenatmung.
Eine Abwandlung stellt die Mundvorhofplatte nach Dr. Berndsen ("Face-Former") dar, die durch eine aktive Komponente ergänzt wurde und individuell anpassungsfähig ist.
Die M. zählt als ein zahnärztliches Behandlungsgerät und ist deshalb nicht frei verkäuflich
Habits, kieferorthopädische Frühbehandlung, Lippenschild, LipLifter, Mundvorhof, Propulsor
http://www.dr-hinz-dental.de/

Mundwasser , engl.: mouth wash; Mundspüllösungen

Mundwinkelfurche , Mundwinkelrhagade, engl.: angular cheilitis; Rhagade

Mundwinkelpunkt ; Cheilion

Murray Syndrom
seltenes Krankheitsbild (autosomal-rezessive), bei welchem schon in den ersten Lebensjahren überall vorkommende fibröse, hyaline Tumore in Erscheinung treten - im Kopfbereich bekannt als Turbantumor (Abb.: http://www.nature.com/jid/journal/v119/n2/images/5601584f2.gif). Diese können später verkalken und dann Ähnlichkeit mit Osteomen haben. Im Mundbereich wird eine Zahnfleischfibromatose beobachtet.

Musterberufsordnung , Berufsordnung

mutagen
Mutationen auslösend
, engl.: mutagenic; d.h., es können Veränderungen im Erbgefüge der Zelle auftreten. Bekannte Mutagene sind z.B. ionisierende Strahlungen, best. chemische Substanzen (z.B. Zytostatika), Viren.

Muzin
auch Mucin, sog. "Schleimstoff" als Bestandteil des Speichels; der an Eiweiß gebundene Zucker als Hauptbestandteil des M. macht vor allem die zerkaute Nahrung schlüpfrig für den Schluckakt. Ebenso trägt der M.-Gehalt des Speichels bei Vollprothesenträger zur Saugkraft dieses Ersatzes bei.
Schleim, Speichel, Speichelstein, Xerostomie

MVZ , Medizinische Versorgungszentren

Myalgie , Myago, engl.: myalgia; örtlicher oder diffuser (Kau-)Muskelschmerz

Mykose
(Mycosis) [griech.], engl.: mycosis;  eine durch Pilze (Fungi) hervorgerufene Infektionskrankheit, Antimykotika, Candida albicans, Gram Färbung, Sinusitis

Myloptosis , engl.: myloptosia; Herabsinken des Unterkiefers

Myoarthropathien
MAP; engl.: myoarthropathy; Oberbegriff für eine Vielzahl von komplexen (meist schmerzhaften) Krankheitsbildern (Syndromen) mit besonderem Bezug zu Muskeln und Gelenken, 1934 erstmals von dem HNO-Arzt Costen ( Costen-Syndrom) beschrieben. Als lokalisierte rheumatische Erkrankungsformen angesehen, ohne dass bis heute (2008) ein allgemein angewandtes Diagnostik- und Klassifikationssystem existiert.
Die Ursachen für M. sind multifaktoriell und lassen sich von der Ätiologie her unterteilen in:

In der ZHK bezeichnen M. Erkrankungen des Kiefergelenkes und seine begleitende (Kau-)Muskulatur.
In der zahnärztlichen Fachliteratur wird okklusalen Faktoren (z.B. vorzeitigen Zahnkontakten, Diskrepanz zwischen der Okklusion bei retraler Unterkieferposition und der maximalen Interkuspidation, Balance-Interferenzen) ein entscheidender Einfluss für die Ätiologie und Pathogenese der MAP des Kausystems - insbesondere der myofaszialen Schmerzen der Kaumuskulatur - zugeschrieben. Vor allem die Okklusion scheint nach neusten Erkenntnissen nicht nicht die bedeutende Rolle zu spielen, wie ihr bisher immer nachgesagt wurde, da Abweichungen von einer wie auch immer definierten "idealen" oder "optimalen" Okklusion praktisch in jedem natürlichen Gebiss vorhanden sind (= "Anpassungsfähigkeit des menschlichen Kausystems"). So führen denn auch therapeutische Veränderungen der Okklusion (Einschleifmaßnahmen, Schienentherapie) durch eine Lageveränderung des Unterkiefers zu einer diskreten Entlastung schmerzhafter Muskelregionen und damit zu einer Linderung der Beschwerden, und nicht unbedingt das Einstellen des Unterkiefers in eine Art "Idealposition".
Zu der schmerzhaften Problematik von M. schreiben Türk u. Hugger (Zahnärztliche Mitteilungen) in ihrer Schlussbemerkung:
"Im anbrechenden Zeitalter der evidenzbasierten (Zahn-)Medizin wird immer häufiger gefordert, dass klinische Entscheidungen, egal ob diagnostischer oder therapeutischer Art, durch wissenschaftlich abgesicherte Nachweise begründet sein müssen. Für viele Fragen auf dem Gebiet des chronischen Schmerzes beziehungsweise der Myoarthropathien des Kausystems stehen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine wissenschaftlich untermauerten Antworten zur Verfügung. In diesen Fällen sollte man besonders vorsichtig vorgehen und immer das Wohl des Kranken - "solus aegroti salus"- im Auge haben. Unnötiges Generieren von diagnostischen Daten muss ebenso vermieden werden wie die Durchführung von Therapiemaßnahmen, die mit unkalkulierbaren Risiken verbunden sind. Die Tatsache, dass wir Zahnärzte täglich mit Zähnen zu tun haben, sollte uns nicht den Blick dafür verstellen, dass es sich bei schmerzhaften Myoarthropathien in den meisten Fällen nicht um eine okklusale, sondern um eine muskuloskelettale Schmerzproblematik handelt, die mehr Gemeinsamkeiten mit in anderen Körperbereichen lokalisierten Muskel-Gelenk-Schmerzen als mit dentalen Problemen aufweist."
Äquilibrierungsschiene, Arthrographie, CMD, Costen-Syndrom, Deviation, Eminektomie, Funktionsanalyse, Helkimo-Index (Mobilitätsindex), Kiefergelenkarthrose, Kiefergelenkbeschwerden, Michigan-Schiene, Okklusion, Stabilisierungsschiene, TMD
Myofunktionstherapie als Prophylaxesäule - Logopädie in der Praxis (zm, 2015)

Myofunktionsstörung ; orofaziales Ungleichgewicht ; ==> Myoarthropathien

Myxom
Myxoma, engl.: myxoma; odontogenes: aus der Zahnleiste oder aus Knochenvorläufergewebe entstehender gutartiger Knochentumor, welcher aber lokal äußerst aggressiv ist und zu ausgedehnten Knochenzerstörungen im Bereich des Alveolarfortsatzes führt. Langsames und symptomloses Wachstum; röntgenologisch unsicher, histologisch gut zu diagnostizieren.
Zahntumoren



zu Ma-Mm

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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